Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 02.03.2018
Jeder Einsatz ist ein Schicksal

Wie passend: Einer unserer Disponenten heißt Martin Lichtblau. Er schickt Blaulicht los, ob nun Feuerwehr oder Rotes Kreuz. Sagenhafte 83 000 Anrufe hat Martin Lichtblau und seine Kollegen der Integrierten Leitstelle 2017 entgegengenommen.

02.03.2018 - Nicht aus allen resultierte ein Einsatz: Am Tag gehen durchschnittlich 23 „Hosentaschenanrufe“ ein, bei denen außer ein wenig Rascheln nichts herauskommt. Beim nächsten Anruf kann es schon um Leben und Tod gehen: 26 verzweifelte Anrufer melden 2017 ein lebloses oder bewusstloses Kind. 911 Mal wird ein Herzinfarkt befürchtet. 155 Menschen haben einen Suizidversuch hinter sich. 157 rufen wegen unstillbarem Nasenbluten an. Und das sind nur einige Schlaglichter aus der Jahresbilanz.

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Die fehlende Rettungsgasse ist ein Dauerproblem für Einsatzkräfte. ZRF-Geschäftsleiter Alfred Rast hat jüngst ein Youtube-Video von Einsatzkräften in Oberfranken gesehen, die sich mühsam den Weg zum Unfall bahnen. Am Ende steigen die Feuerwehrmänner aus und helfen den Lkw-Fahrern beim Rangieren. „Erschütternd. Man will doch dem Verletzten, der vorne eingeklemmt ist, schnell Hilfe angedeihen lassen.“ Landrat und ZRF-Verbandsvorsitzender Andreas Meier beklagt generell wenig Respekt gegenüber Sanitätern und Feuerwehrleuten. Straßensperren werden ignoriert. Einsatzkräfte werden – „auch bei uns“ – körperlich attackiert. Meier: „ein Nogo.“

112 oder 110? Nicht jeder wählt richtig. Hauptsache, er wählt. Für die Disponenten ist es ein Klick, dann sind die Anrufer richtig verbunden: 2017 werden von der ILS rund 2500 Ereignisse an die Polizei weitergeleitet. 1200 Einsätze erhält die ILS von der Polizei über die Schnittstelle.

Die Zahl der Kindernotfälle steigt erneut auf 606 Einsätze an.

20 Personen werden von Feuerwehren bei Wohnungsöffnungen tot vorgefunden.

Christoph 80 bleibt auch künftig nachts am Boden. Zumindest vorerst. Der ZRF hat keinen Antrag gestellt, weil er keine Chance auf die Zustimmung der Krankenkassen sieht. Der Tagbetrieb kostet 2,6 Millionen Euro im Jahr. Der 24-Stunden- Einsatz käme auf 8 Millionen Euro. Schmerzlich vermisst wird Stationleiter Jochen Huber, der im Januar bei einem Übungsflug ums Leben kam. Aktuell leitet Pilot Günter Eigenbrodt kommissarisch die Luftrettungsstation. Der „Christoph 80“ flog 2017 über 1200 Einsätze. Pfeilschnell: In 45 Minuten ist der Latscher „Hubi“ in München. Durchschnittliche Reisegeschwindigkeit: 230 km/h.

Ein dickes Plus gibt es 2017 bei den technischen Hilfeleistungen, zu denen die Feuerwehr gerufen wird. Hintergrund sind Unwetter. Ansonsten heißt es an die Adresse der 225 Feuerwehren 770 Mal: Rauch! Feuer!

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