Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 18.05.2012 13:29:35
Gemeinsame Presseerklärung des Landratsamtes Bayreuth und des KFV Bayreuth e. V. zum Großeinsatz in Fichtelberg

16.05.2012 - Mehr als 72 Stunden sind seit dem Brand im Fichtelberger Kristallbad vergangen und noch immer sind Einsatzkräfte der Feuerwehr dort gebunden. Anlass für die Feuerwehrführung und das Landratsamt Bayreuth, Bilanz zu ziehen über einen der größten Einsätze, den es im Landkreis Bayreuth in den letzten 20 Jahren gegeben hat.

Rückblickend ist vor allem die Tatsache hervorzuheben, dass es bei dem Einsatz dank der Sorgfalt von Einsatzleitung und allen eingesetzten Kräften zu keinen nennenswerten Verletzungen bei Menschen kam. Lediglich zwei leichtere Verletzungen wurden beim Bayerischen Roten Kreuz registriert. Nach der geordneten Evakuierung der Saunagäste durch das Personal des Bades sowie deren Betreuung und Versorgung durch das BRK wurden die Einsatzkräfte mit Getränken und Brötchen versorgt. Den Atemschutzgeräteträgern wurden beheizte Zelte zur Verfügung gestellt, damit sie ihre teils nassen Schutzanzüge trocknen und sich wärmen konnten – immerhin gerieten die Temperaturen in der Nacht nahe an den Gefrierpunkt. Die Zahl der Einsatzkräfte pendelte sich auf rund 700 ein, die im Laufe der Nacht und der darauffolgenden Tage durch Ablösungen auf insgesamt weit über 800 anstieg. Insgesamt waren mindestens 200 Atemschutzgeräteträger an den Löscharbeiten beteiligt.

Als besonders effektiv erwies sich die Löschwasserversorgung durch den nahe gelegenen Fichtelsee. Zehn Schlauchleitungen mit etlichen Pumpen brachten das Löschwasser zum Brandobjekt. Zudem wurde mittels Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr im Minutentakt Löschwasser gebracht. Berechnungen der Feuerwehr haben ergeben, dass rund 4,6 Millionen Liter Löschwasser gefördert wurden.

Aus Sicherheitsgründen wurde die mobile Tankstelle am Parkplatz Bleaml-Alm eingerichtet und so die Betriebsstoffe in ausreichendem Abstand gelagert. Shuttle-Dienste brachten die Treibstoffe in Kanistern zu den Gerätschaften.



Durch das umsichtige Vorgehen des Einsatzabschnittsleiters im Bereich Gefahrgut konnte durch massiven Einsatz von Schaum das Lager von rund 25.000 Litern Heizöl gesichert werden – eine große Umweltgefahr wurde somit gebannt und dadurch eine mögliche Explosionsgefahr abgewendet. Die ersten Atemschutzgeräteträger bargen sofort die gelagerten Chemikalien, so dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung bestand.

Dank der guten Unterstützung und vorausschauenden Planung der Polizei behinderten die zahlreichen Schaulustigen zu keinem Zeitpunkt die Arbeit der Hilfs- und Rettungsorganisationen.

Fazit: Dieser gewaltige Einsatz hat alle Beteiligten vor große Herausforderungen gestellt, vor allem bei der logistischen Abwicklung. Diese wurden unter Einbeziehung der Polizei, des THW´s, des BRK´s inklusive Bergwacht gemeinsam mit der Feuerwehr optimal gemeistert. Wenngleich das Objekt aufgrund des Ausmaßes des Feuers nicht mehr zu retten war, so konnte immerhin ein großer Umweltschaden und ein Übergreifen auf benachbarte Anlagen verhindert werden. Dabei arbeiteten die Feuerwehren aus vier Landkreisen (Bayreuth, Kulmbach, Tirschenreuth und Wunsiedel) sowie der Stadt Bayreuth reibungslos zusammen. In einer Besprechung der Einsatzabschnittsleiter und aller Verantwortlichen noch in der Nacht zum Sonntag wurde dies von allen Seiten bestätigt. Der Einsatz, der bisher noch nicht als offiziell beendet gilt, darf trotz des hohen Schadens als erfolgreich bezeichnet werden und hätte nicht effektiver abgearbeitet werden können. 

Quelle: KFV Bayreuth e.V.

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