Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 19.08.2011 07:30:04
Vermeintliche „Irrungen und Wirrungen“ bei Notrufen?

19.08.2011 - Zu dem erst wenige Tage zurückliegenden schadensträchtigen Großbrand in der Gemeinde Wiesau/Lk. Tirschenreuth wurde im Nachgang auch über die Medien eine verzögerte Notrufabarbeitung bzw. erschwerte Erreichbarkeit in der Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz thematisiert.

Nachdem bei ähnlich gelagerten Geschehnissen auch in der Vergangenheit immer wieder Kritikpunkte dazu laut wurden nimmt das Polizeipräsidium Oberpfalz die Geschehnisse aus den frühen Abendstunden des 06.08.2011 zum Anlass, um den zeitlichen Ablauf, was den Eingang der Notrufe betrifft, darzulegen.

Bevor darauf eingegangen wird, gilt es jedoch klar herauszustellen, dass das zeitliche Empfinden der Anrufer vor dem Hintergrund tragischer, ja oft tödlich verlaufender Geschehnisse, seien es schwere Verkehrsunfälle oder auch wie im aktuellen Fall Großbrände, von Emotionen gesteuert, fernab des nüchternen zeitlichen Ablaufs der Uhr gesehen werden muss. So ist es wie im aktuellen Fall auch nachvollziehbar, wenn der Brandleider in einer Veröffentlichung von einer „fünfminütigen Wartezeit“ spricht.

Bei der dazu nötigen Erläuterung geht es insbesondere darum, Anrufern  zu vermitteln, dass sie im Ernstfall, was Ansprechpartner betrifft nicht allein gelassen sind. Detailliert bedeutet dies zu dem Brandgeschehen in der Gemeinde Wiesau, dass wie bei jedem Notruf zunächst Bayern weit eine ca. 4,5 Sekunden dauernde Ansage kommt: „Polizeinotruf, bitte legen Sie nicht auf!“  Deren Zweck ist es, dass der Anrufer in einer Notsituation wirklich weiß, die richtige Nummer gewählt zu haben, zum anderen aber auch, wenn er dies irrtümlich getan hat, wieder aufzulegen um so die Notrufleitungen freizuhalten.


Notrufannahmeplätze in der Einsatzzentrale der Polizei in Regensburg

Nun zum Zeitfenster in dem die Notrufe zu dem Großfeuer eingingen. Hier ging der erste um 18:16:04 Uhr ein. Die Dauer des Gespräches mit dem Notrufbeamten, der zusammen mit zwei weiteren Beamten die Notrufstation betreute, betrugt 27 Sekunden. Um 18:16:55 Uhr verständigte dieser Beamte bereits die Feuerwehreinsatzzentrale in Weiden. Nur 14 Sekunden nach dem ersten Notruf ging der zweite und weitere 12 Sekunden später der dritte Notruf zu diesem  Geschehen ein. Es folgten weitere drei aufgeschlüsselte Notrufe bis 18:20:23 Uhr. Beim letzten teilte der Anrufer mit, noch keine Sirene gehört zu haben, weshalb um 18.22:14 Uhr nochmals bei der Feuerwehreinsatzzentrale in Weiden nachgefragt wurde. Dabei kam die Rückmeldung, dass bereits alles veranlasst sei. Der in der Veröffentlichung zitierte Brandleider war also möglicherweise der letzte in der Anruferkette.

Innerhalb von vier Minuten 12 Sekunden gingen ergo sechs Notrufe zu dem Großfeuer ein. Für die Einleitung polizeilicher bzw. Rettungsmaßnahmen ist verständlicherweise der erste Anruf der wichtigste, um den Alarmierungsablauf in Gang zu setzen. Die folgenden können das Geschehen präzisieren und abrunden.

Den Verantwortlichen des Polizeipräsidiums Oberpfalz geht es ausdrücklich darum ihren Bürgern die Gewissheit zu geben, dass Notrufe schnellstens abgearbeitet werden und die Erreichbarkeit gewährleistet ist. Im heutigen „Handyzeitalter“ kann es selbstverständlich vorkommen, dass Anruferplätze besetzt sind. Wichtig ist jedoch allumfassend, dass Notrufe schnellstens abgesetzt werden, sie sind der Schlüssel um die entsprechenden Maßnahmen ergreifen zu können.

Noch ein Wort zu den derzeitigen Adressaten bei Wahl der Notrufnummern „110“ oder „112“.

Stadt Regensburg, Landkreise Regensburg, Neumarkt/OPf, Cham/OPf: 
110 = Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz/Regensburg
112 = Integrierte Leitstelle Regensburg

Stadtgebiete Amberg, Schwandorf, Weiden
110 = Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz/Regensburg
112 = Feuerwehreinsatzzentrale Amberg, Schwandorf, Weiden

Landkreise Amberg/Sulzbach, Schwandorf, Neustadt/Waldnaab, Tirschenreuth
110 = Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz/Regensburg
112 = ebenfalls Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz

Bericht und Bild: Polizeipräsidium Oberpfalz

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