Zweckverband für Rettungsdienst und
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Meldung vom 03.07.2010 06:00:00
Herzenswunsch: Weiden wird Herz-sicher

03.07.2010 - OB Kurt Seggewiß gab zwar Entwarnung. Doch da war es schon zu spät. Die Maschinerie angerollt. Die Rettungssanitäter auf dem Weg. Und das war durchaus gewollt. Das Stadtoberhaupt bearbeitete derweil - laut Anweisung des Defibrillators - den Ambu-Man. Sprich den Plastik-Patienten, der auf dem Issy-les-Moulineaux-Platz "zusammengebrochen" war. Doch schon wenige Minuten später trafen die Rettungskräfte des BRK ein und übernahmen die Regie: Herz-Massage, Mund-zu-Mund-Beatmung. "Patient wiederbelebt", hieß es schließlich, und der Plastik-Mann wurde im Krankenwagen abtransportiert.

Vorreiter in Bayern
Ein voller Erfolg also. Dank der ersten Notrufsäule mit Defibrillator, die der Rotary Club Weiden gestiftet hat. Zur Übergabe am Freitag hatten die Rettungskräfte von BRK und der Integrierten Leitstelle die kleine Schauübung inszeniert. Das Ziel des Rotary Clubs ist hoch gesteckt: "Weiden soll zu einer Herz-sicheren Stadt werden", sagte Präsident Dr. Wolfgang Stich. "Am besten als erste Stadt in Bayern", fügte Dr. Wolfgang Baumann hinzu. Mit dieser Notrufsäule, gleich neben dem Eingang zum Modehaus Central, wolle Rotary den Startschuss geben für die "Herz-sichere Stadt", so Dr. Stich. Im Gegensatz zu den Defibrillatoren, die bisher im Neuen Rathaus, Landgerichtsgebäude und Volkshochschule vorgehalten werden, könnten die "Defis" im Freien nur geschützt durch diese speziellen Säulen installiert werden.

 
"Die Stadt Weiden, die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth haben viel Geld in die Hand genommen, um die schnelle Versorgung von Herzpatienten zu sichern", verwies OB Seggewiß auf die jüngsten Investitionen im Klinikum. "So kann aber auch der Bürger dem Bürger helfen", freute er sich über das großzügige Geschenk. Für weitere sechs bis sieben Säulen mit "Defi" stehen die Sponsoren und die Standorte im Stadtgebiet bereits fest, berichtete Dr. Baumann. Die Stadt stellt Fundamente und Strom zur Verfügung. Seine Firma übernimmt kostenlos die Wartung für die nächsten fünf Jahre.

Jede Minute zählt
Welch entscheidende Rolle die Zeit bei einem Herzstillstand bzw. schwerwiegenden Rhythmusstörungen spielt, verdeutlichte Dr. Jürgen Altmeppen, ebenfalls Rotarier, mit einer erschreckenden Zahl: "Jede Minute mit unbehandeltem Kammerflimmern verschlechtert die Überlebensrate um etwa zehn Prozent."

Klare Anweisungen auf der Notrufsäule und - nach der Freigabe - per Sprachansage durch den "Defi" sorgen dafür, dass jeder dieses Gerät bedienen kann, sind sich die Experten einig. Im Notfall gilt also die Devise: Notruf absetzen, zupacken und helfen. Und keine Bange. Die Rettungssanitäter sind schon unterwegs.

Bilder: Jürgen Meyer
Beitrag: Jutta Porsche

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