Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 29.06.2016
Die Nordoberpfalz startet ins Digitalfunk-Zeitalter

29.06.2016 - Ab Freitag, 01. Juli 2016, ist der Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) offiziell das neue Hauptkommunikationsmittel der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz. Der BOS‐Digitalfunk löst damit den mittlerweile in die Jahre gekommenen Analogfunk ab. Um 13:30 Uhr wird der Vorsitzende des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung und Landrat Andreas Meier den ersten digitalen Funkspruch an die Einsatzkräfte absetzen.

Digitalfunk Analog HRT

Diesem Wechsel vorausgegangen ist auch ein Insolvenzverfahren, der mit der technischen Umrüstung beauftragten Firma. Dieses Verfahren hatte leider auch direkte Auswirkungen auf die ILS. Kurz vor Vollendung des Digitalfunks im Bereich der ILS Nordoberpfalz wurde der Testbetrieb im Sommer 2015 abrupt gestoppt. Durch den Insolvenzantrag der Firma Imtech und die dadurch ungeklärten Eigentumsverhältnisse der Ausstattung sowie die noch ausstehenden Restarbeiten, mussten im Hinblick auf die Betriebssicherheit der ILS Nordoberpfalz, die Digitalfunkkomponenten deaktiviert werden.

Vor zwei Monaten, im April, konnten nach zähen Verhandlungen, der Auftrag für die Anbindung der ILS Nordoberpfalz an den BOS‐Digitalfunk, mit den notwendigen Restleistungen im sechsstelligen Bereich an die Firma eurofunk Kappacher GmbH Deutschland, Ainring, durch den Landrat Andreas Meier, vergeben werden. Jetzt ist alles „einsatzbereit“ und es kann losgehen. Die Schulung der Einsatzkräfte, die komplettierte Auslieferung der HRT‘s und die technische Ertüchtigung sowie Datenversorgung der Leitstelle sind abgeschlossen.

Neue Technik bietet wertvolle Vorteile
Der Digitalfunk bietet gegenüber dem herkömmlichen System wesentliche Vorteile. Beispielsweise ist der komplette Funkverkehr verschlüsselt und somit abhörsicher. Zudem ist die Versorgung und Ausleuchtung erheblich besser als beim analogen Funkverkehr. Das digitale Funknetz wird bayernweit flächendeckend eingeführt und funktioniert je nach Baubeschaffenheit auch innerhalb von Gebäuden. Außerdem können individuell "Gruppen" zusammen geschaltet werden, so dass künftig auch bundesweit mit anderen Verbänden, Behörden oder Hilfsorganisationen gefunkt werden kann.

Bei Gefahrensituationen haben die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, BRK und Rettungsdienst die Möglichkeit, mit einem einzigen Knopfdruck über ihr digitales Handfunkgerät einen „Notruf“ abzusetzen, der die punktgenaue GPS‐Ortung ermöglicht. Damit können von der Leitstelle sofort Unterstützungskräfte zugeführt und Hilfs‐ bzw. Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Mit den neuen Geräten sind natürlich auch Statusmeldungen möglich, das heißt, mit dem Drücken bestimmter Ziffern kann ohne Sprache eine Mitteilung an die ILS gesendet werden. Dank dieser Statusmeldungen kann der Sprechfunk auf das Wesentliche reduziert werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der sog. „SDS“‐Funktion. Diese ist vergleichbar mit der herkömmlichen „SMS“. Für die Praxis bedeutet dies, dass die ILS z. B. eine Einsatzmeldung per „Schriftmeldung“ an die Funkgeräte der eingesetzten Kräfte absetzen kann.

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