Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 17.06.2011 08:47:40
Suchaktion in Kemnath

16.06.2011 - Schon am Mittwoch war ein 83-jähriger Mann aus dem Krankenhaus Kemnath (Kreis Tirschenreuth) entwischt. Klinikpersonal fand ihn schließlich auf dem Gelände und brachte ihn zurück. Am Donnerstagnachmittag zwischen 15 und 16 Uhr machte sich der demenzkranke Patient wieder aus dem Staub - und ist seitdem verschwunden. Eine Suche rund um das Krankenhaus blieb anfangs erfolglos. Um 19.59 Uhr wurde die Leitstelle Nordoberpfalz über das Verschwinden informiert und Rettungskräfte zur Suche angefordert.

Die Disponenten alarmierten nach und nach BRK-Einsatzleiter Markus Münchmeier aus Krummennaab, die Bergwachten aus Fuchsmühl und Tannenberg, die Schnelleinsatzgruppen des BRK aus Kemnath und Erbendorf, die Mobile Unfallnachsorge des BRK Wiesau, die Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung der Wasserwachten des Landkreises, die Unterstützungsgruppe der Sanitätseinsatzleitung sowie die THW-Rettungshundestaffel aus Sulzbach-Rosenberg und des BRK aus Dingolfing.
Insgesamt sind derzeit 88 Helfer des Roten Kreuzes im Einsatz. Dazu kommen noch 35 Mann der Freiwilligen Feuerwehr Kemnath und der Werkfeuerwehr von Siemens Kemnath. Wetterbedingt kann die Polizei derzeit keinen Hubschrauber für die Suche einsetzen.

Die Helfer suchten anfangs die Stadt und das nähere Umland ab. Die Wasserwachten nahmen Teiche in der näheren Umgebund in Augenschein, die Bergwacht durchforstete das Gebiet Richtung Hessenreuther Berg. Da der Vermisste aus dem Bereich Parkstein stammt, wird vermutet, dass er sich in diese Richtung bewegt. Der letzte Hinweis kam gegen 17.30 Uhr als Passanten ihn im Bereich Köglitz, einem Dorf südöstlich von Kemnath, gesehen haben wollen. Aufgrund der Witterung (schwere Gewitter, Starkregen) muss mit einer schnellen Unterkühlung des Patienten gerechnet werden, die lebensbedrohlich wäre.

Um 23 Uhr wurden alle Helfer ins Feuerwehrhaus Kemnath zurückgezogen.
Der Grund ist der Einsatz von Mantrailer-Hunden. Dies sind spezielle Fährtenhunde. Sie nahmen im Krankenhaus Witterung auf und werden nun im Bereich Köglitz eingesetzt. Die Hoffnung ist, dass die Hinweise zuverlässig waren und die Hunde nun dort eine Spur finden. Wäre dies nicht der Fall, sollten sie nochmals vom Krankenhaus aus starten. Um ihre feinen Nasen nicht zu sehr zu verwirren, wurden die anderen Helfer für die Zeit der Suche per Hund zurückgezogen.

Um Mitternacht übernahm Hans-Peter Scharf die Einsatzleitung auf Seiten des BRK. Zwischenzeitlich war es wohl auch möglich einen Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera einzusetzen, der jedoch auch keine weiteren Hinweise geben konnte. Wie leider auch die Mantrailer-Hunde. Sie konnten trotz mehrerer Versuche keine brauchbare Fährte finden.  Gegen 3 Uhr morgens wurde die Suche deshalb vorerst eingestellt.

Das weitere Vorgehen liegt in der Verantwortung der Polizei. Eine erneute Anforderung von Rettungskräften über die Leitstelle Nordoberpfalz ist bislang jedoch nicht erfolgt.

Bericht: Peter Astashenko
Vorschaubild: Bernd Kropf

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