Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

Sie befinden sich hier > Nachrichten > Archiv
Meldung vom 02.12.2010 15:05:12
DRF Luftrettung erhält offiziellen Auftrag

02.12.2010 - Es waren nur zwei kleine Unterschriften. Mit der Signatur von Landrat Simon Wittmann und dem Vorstand der DRF Luftrettung, Dr. Hans Jörg Eyrich, ist das Rennen um die neue Luftrettungsstation in Weiden offiziell zu Ende. Im Beisein zahlreicher Vertreter von Behörden, der Kliniken, des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (kurz: ZRF) und der DRF Luftrettung erhielt der künftige Betreiber des neuen „Christoph“ seine Beauftragung. 

Verbandsvorsitzender und Landrat Simon Wittmann unterzeichnet den Vertrag mit der DRF LuftrettungLos geht es am 1. April 2011. Am Anfang muss ein Zelthangar und ein Bürocontainer als Station auf dem Flugplatz Latsch dienen. Gut ein halbes Jahr wird der Rettungshubschrauber vom Typ EC135 sein Zuhause in diesem Provisorium haben. Dann erfolgt der Umzug in den neuen Hangar, den der ZRF bauen lassen wird. Gut 1,5 Millionen Euro wird der Hangar kosten. Es ist auf Vorgabe des Innenministeriums bereits dafür ausgelegt, dass ein 24-Stunden-Betrieb auf der Station möglich wäre, heißt er ist größer und hat mehrere Schlafräume. Vorerst wird der Rettungshubschrauber jedoch nur im Tagbetrieb starten, sprich von frühestens 7 Uhr bis Sonnenuntergang plus 30 Minuten.

Mit der Vertragsunterzeichnung schließt die DRF Luftrettung das bisherige „schwarzen Loch“ in der Luftrettung in Bayern. Vor allem die Grenzbereiche zu Tschechien, lagen außerhalb der 60-Kilometer-Einsatzradien der bestehenden Luftrettungsstationen in Bayreuth, Nürnberg, Straubing und Regensburg. Jetzt wird dieses Loch geschlossen, noch dazu in atemberaubender Geschwindigkeit. Erst am 29. März 2010 hatte das Bayerische Staatsministerium Weiden als Standort für einen neuen Rettungshubschrauber festgelegt. Vorausgegangen war ein Gutachten, das für die Nordoberpfalz und den Bereich um Donauwörth neue Rettungshubschrauber empfohlen hatte. Die Station in Weiden entsteht damit binnen eines Jahres, was außerordentlich schnell ist.  



Besonders ist auch die Zusammenarbeit der verschiedensten Institutionen. Die DRF Luftrettung stellt den Hubschrauber und den Piloten. Zudem kümmert sie sich um alle Einsatzbelange von der Abrechnung bis zum medizinischen Material. Der ZRF stellt die Luftrettungsassistenten und schafft damit drei neue Arbeitsplätze. Zudem baut er den Hangar und vermietet ihn an die DRF Luftrettung. Die Kliniken Nordoberpfalz AG und das Klinikum St. Marien in Amberg werden gemeinsam die Notärzte stellen. Als kleine Besonderheit wird der Rettungshubschrauber neben der typischen rot-weißen Lackierung der DRF Luftrettung auch die Wappen aller Verbandsmitglieder tragen, sprich der Stadt Weiden und der Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth. Ein Hubschrauber für die Region. 



Welche Nummer der Hubschrauber einmal tragen wird ist noch offen. Die DRF Luftrettung muss diese beim Bayerischen Staatsministerium beantragen. Eine Stelle der Bundespolizei bei Bonn vergibt die Nummer schließlich. Erwartet werden rund 1000 Einsätze pro Jahr, erfahrungsgemäß eher mehr. Ein Großteil werden Primäreinsätze sein, sprich Einsätze bei denen der Notarzt an die Notfallstelle gebracht wird. Ein kleiner Teil so genannte Sekundäreinsätze, also Verlegungen von Krankenhaus zu Krankenhaus. Haupteinsatzgebiet wird die Nordoberpfalz und die Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf. Rund 21 Prozent des Einsatzgebietes liegen in Tschechien. Mit entsprechenden Verträgen könnte auch hier der Einsatz des Hubschraubers erfolgen.  Die Leitstelle Nordoberpfalz in Weiden wird damit auch hubschrauberführende Leitstelle, heißt, sie koordiniert und alarmiert den neuen „Christoph“, der leicht pathetisch auch als Rettungshubschrauber im Herzen Europas bezeichnet wird. 

Der Vertrag mit der DRF Luftrettung läuft vorerst fünf Jahre. Wird er nicht gekündigt verlängert er sich einmalig um fünf Jahre. In spätestens zehn Jahren muss der Betreiber dann neu ausgeschrieben werden.

Bericht: Peter Astashenko
Bilder: Jürgen Meyer

ILS Nordoberpfalz 2018 | Impressum | Telefon: +49 (961) 38833-0 | leitung@ils-nordoberpfalz.de