Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 27.01.2012 08:56:12
THW Infoabend: Zahlreiche positive Veränderungen

27.01.2012 - „Stellt euch einmal die Schlagzeile vor: THW bringt auf der B22 ein Baby zur Welt.“ Mit diesen Worten begann der stellvertretende Leitstellenleiter Jürgen Meyer seine Präsentation zum Informationsabend über die Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz, welche am 23. April ihren Betrieb aufnehmen wird. Im Laufe der folgenden drei Stunden war es dann die Aufgabe der drei Referenten, die Bedeutung dieser fiktiven Schlagzeile gegenüber den staunenden Helferinnen und Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) in Weiden aufzuklären.

Denn neben der einheitlichen Notrufnummer 112 bringt die Einführung der Integrierten Leitstelle für die Feuerwehren, den Rettungsdienst und eben auch für das THW erhebliche Neuerungen mit sich. Eine grundsätzliche Veränderung ist, dass künftig durch eine neue Einsatzleitsoftware das am schnellsten verfügbare Einsatzmittel alarmiert wird, dabei zählen weder Gemeinde- noch Landkreisgrenzen, was aber bisher zum Teil der Fall war. Dafür mussten im Vorfeld durch die Beschäftigen der ILS sowie die ehrenamtlichen Führungskräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW insgesamt 798 Einsatzmittel erfasst, 432 Einsatzmittelketten festgelegt, 4.500 Straßen geprüft sowie sämtliche Zonen und 1.600 Objekte geplant werden.



Ebenfalls werden die bisherigen sieben Alarmstufen durch 57 Einsatzstichwörter ersetzt, welche eine präzisere und damit bedarfsgerechtere Alarmierung ermöglichen. Anhand von Beispielen machte Meyer deutlich, wie ab April die Rettungskräfte durch die ILS disponiert und mit lebenswichtigen Informationen versorgt werden.

Die eklatanteste Änderung ist, dass das THW künftig bei zahlreichen Stichwörtern bereits bei der Erstalarmierung integriert ist. Eine absolute Neuheit ist auch die Einführung eines Fachberater-Systems, bei dem im Schichtsystem den Einsatzleitern vor Ort sofort ein kompetenter Ansprechpartner des THW zur Verfügung gestellt wird. „Ziel ist eine stärkere Integration in die örtliche Gefahrenabwehr, also der Teilnahme an Einsätzen unterhalb der Katastrophenschwelle“ so der Ortsbeauftragte Andreas Duschner, „schließlich sehen wir uns als Dienstleister der Feuerwehren.“ Auf die Funktionsweise und die Besonderheiten dieses Systems ging Fachberater Thomas Schiller während seiner Präsentation intensiv ein und stellte eindrucksvoll vor, wie das Einsatzgebiet trotz seiner Größe effektiv abgedeckt werden kann.

THW-Einsatzgebiet wird aufgeteilt
Da der Ortsverband Weiden in der nördlichen Oberpfalz der einzige ist und damit für eine Fläche von 2.585 km² und 214.000 Einwohnern zuständig ist, wurde sich bereits zu Beginn der Planungsphase für eine Flächenabgabe an die THW-Ortsverbände in Pegnitz (Landkreis Bayreuth) und Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) entschlossen. Dadurch rückt künftig in den nordwestlichen Landkreis Neustadt das THW Pegnitz aus, während der nördliche Teil des Landkreises Tirschenreuth von Marktredwitz aus bedient wird. „Ziel dieses Systems sind natürlich möglichst kurze Wege und damit der Faktor Zeit,“ betonte dann Andreas Duschner während der dritten Präsentation des Abends, bei der den Zuhörern auch die Einsatzstichworte vorgestellt wurden, bei denen das THW künftig automatisch mit einem Fachberater oder einem Vollalarm dabei ist.



Natürlich gehört dazu nicht unbedingt die Durchführung von Entbindungen, schließlich ist dafür primär der Rettungsdienst zuständig. Aber, so Jürgen Meyer, „wenn sich ein THW-Fahrzeug auf einer Bewegungsfahrt in Richtung Erbendorf befindet, werdet ihr bei einer Notgeburt auf der B 22 natürlich auch dorthin alarmiert. Schließlich seid ihr dann das am schnellsten verfügbare Einsatzmittel!“

von Andreas Duschner

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