Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 25.03.2010 00:00:00
Schweißtreibende Ausbildung für die ILS

25.03.2010 - Die Nebelmaschine zischt, das Licht geht aus. Was aussieht wie ein überdimensionales Kinderklettergerüst wird plötzlich unsichtbar. Kleine Schweißperlen tropfen von der Stirn vom Leiter der Rettungsleitstelle Herbert Putzer, als er versucht sich den Weg zu ertasten. Dass er mit 56 Jahren einmal durch eine Atemschutzstrecke der Feuerwehr muss, hatte er nie gedacht. Aber es ist Teil der Ausbildung, die derzeit alle Disponenten der Einsatzzentrale durchlaufen müssen. Egal wie alt sie sind…

16 Disponenten hat die Rettungsleitstelle des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Weiden i.d.OPf. derzeit. Die meisten sind Rettungsassistenten. Sie haben also genau den Beruf, der sie dazu qualifiziert, im medizinischen Notfall richtig zu agieren. Doch ab 2012 wird aus der Rettungsleitstelle die Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz. Dann müssen sie nicht mehr nur Rettungswagen und Notärzte disponieren, sondern auch Feuerwehreinsätze steuern und wissen, ob ein Rüstwagen reicht, oder der gesamte Löschzug benötigt wird. Damit dies auch klappt, müssen alle Mitarbeiter auch Hauptbrandmeister werden. 

Eine Herausforderung für viele. Immerhin ist Brandschutz und technische Hilfeleistung eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe, die viel technisches Verständnis erfordert und teils ganz anders abläuft als ein medizinischer Rettungseinsatz. Zudem ist keiner der Disponenten unter 30. Doch die Anforderungen sind identisch mit denen der jungen Brandmeister-Anwärter, die vor allem die körperlich sehr anspruchsvollen Ausbildungsteile mühelos erledigen.

Um fit zu sein, für die künftige ILS sind jedoch drei Module erforderlich. Das erste dauert sieben Wochen und macht aus den „Laien“ erstmal Gruppenführer einer Feuerwehr. Diese Ausbildung erfolgt bei den unterschiedlichsten Wehren. Herbert Putzer sowie die Disponenten Wolfgang Maier und Elisabeth Meiller absolvierten diesen Teil der Ausbildung gerade bei der Werksfeuerwehr von InfraServ in Gendorf bei Burgkirchen in Oberbayern. 280 Stunden hieß es pauken und üben bis zum Abschlusstest. 

Das „Feuerwehr Modul 2“ findet schließlich an einer staatlichen Feuerwehrschule statt. Für die Oberpfälzer meistens in Regensburg. Zehn Wochen und 520 Stunden Ausbildung später, sollen aus den frisch gebackenen Gruppenführern Brandmeister werden. Dann haben sie umfassendes Wissen vom vorbeugenden Brandschutz bis zum Gefahrgutunfall, von Kleinbrand bis zum technischen Hilfeleistungseinsatz bei schweren Verkehrsunfällen. Jochen Staufer, Stefan Kloss, Herbert Putzer und Markus Wild drücken hier gerade die Schulbank.

Die Disponenten Jürgen Göppl, Martin Lichtblau, Stephan Schieder, Gerald Wölfl und Jürgen Meyer haben ihre Feuerwehrausbildung schon hinter sich. Bis zum Jahresende werden auch Fritz Augustin, Rüdiger Ubrig, Gerhard Winkler, Thomas Schöner und Robert Schmid zum Brandmeister ausgebildet sein. 

Leitstellenleiter Herbert Putzer und sein Stellvertreter Jürgen Meyer können dann allerdings noch nicht durchschnaufen. Als Leitungskräfte müssen sie Brandoberinspektoren sein. Diese Qualifikation des gehobenen Dienstes bei Feuerwehren heißt für sie noch einmal ein halbes Jahr die Schulbank zu drücken.

2011, im letzten Jahr vor dem Start der ILS, müssen alle 16 dann noch einmal für sieben Wochen an die staatliche Feuerwehrschule Geretsried. Dann werden sie ganz speziell auf ihre neuen Aufgaben als Disponenten in einer integrierten Leitstelle vorbereitet. Vom Herzinfarkt über den Großbrand bis zum Katastropheneinsatz können sie dann Hilfe bei allen Notlagen aus einer Hand anbieten. Wenn es keine Verzögerungen mehr gibt, wird es am 1. Januar 2012 soweit sein. 

 

Leitstellenleiter Herbert Putzer und die Disponenten Wolfgang Maier und Elisabeth Meiller (von links) einmal in ungewohnter Dienstkleidung. Zur Vorbereitung auf die künftigen Aufgaben der Integrierten Leitstelle müssen alle Disponenten auch Brandmeister werden. Eine schweißtreibende Herausforderung.

Bericht: Peter Astashenko
Bild: Jürgen Meyer

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