Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 22.12.2010 08:00:00
Erster Brandoberinspektor der nördlichen Oberpfalz

22.12.2010 - Die Guten schaffen meist eine Note 3, besser ist selten jemand. Die Ausbildung für den gehobenen Feuerwehrdienst in Bayern ist nicht einfach und für viele Teilnehmer gilt deshalb nur eines: irgendwie bestehen! Auch der Leiter der Leitstelle Nordoberpfalz, Herbert Putzer, musste durch diese Ausbildung. Es ist Pflicht für seine künftige Aufgabe als Leiter der neuen Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz. Sein neuer Dienstherr, Landrat Simon Wittmann, war deswegen besonders stolz, als er am Montag die Urkunde überreichen durfte. Mit einem Notendurchschnitt von 2,43 ist Putzer heuer der beste Brandoberinspektor Bayerns.

Der 56-Jährige ist damit zudem auch der erste Brandoberinspektor der nördlichen Oberpfalz. Er war sichtlich überrascht, dass er derart gut abgeschnitten hatte. Gleichzeitig ist es aber auch die Belohnung für eine harte Ausbildung. Als eingefleischter Rettungsdienstler, war es eine große Umstellung sich statt mit Infusionen plötzlich mit Schläuchen, Hydranten und Rettungsspreitzern auseinanderzusetzen. Im Januar ging es in Gendorf los. Bei der Werksfeuerwehr der Firma InfraServ erhielt Putzer in sieben Wochen eine Feuerwehrgrundausbildung. Nach diesem Modul I ging es nach Regensburg an die Feuerwehrschule zum Modul II. In zehn Wochen bekam Putzer die Ausbildung, die künftige Mitarbeiter in Integrierten Leitstellen an das Wissensniveau eines Hauptbrandmeisters einer Berufsfeuerwehr angleichen sollen. Die Ausbildung entspricht der eines Gruppenführers.

Nach der Grundausbildung konnte Putzer sein Wissen bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg das erste Mal praktisch anwenden. Ein achtwöchiges Praktikum diente dazu, das Gelernte zu vertiefen. Den Abschluss bildete nun eine zweimonatige Ausbildung in Augsburg. In diesem Führungslehrgang bekam Putzer den letzten Schliff. Ob er schließlich auch geeignet ist, diesen hohen Feuerwehrdienstgrad zu tragen, musste er in vier Prüfungen unter Beweis stellen. Neben zwei je dreistündigen schriftlichen Prüfungen, galt es ein Planspiel zu bewältigen und die Prüfer schließlich noch persönlich zu überzeugen. Dies gelang besser als erwartet.

Putzer hat damit die Qualifikation eine Integrierte Leitstelle zu führen. Im Frühjahr 2012 wird die so genannte ILS auch in Weiden starten. Feuerwehr und Rettungsdienst werden dann von einer Einsatzzentrale aus koordiniert. Eine Frage, die oft auftaucht ist, ob Putzer damit den Kreisbrandräten und –inspektoren vorgesetzt ist. Dies ist nicht der Fall. Die Feuerwehrführung auf Stadt- oder Kreisebene hat eine eigene Struktur. In der Leitstelle gilt jedoch die Dienstgrad-Hierarchie einer Berufsfeuerwehr. Im Fall eines Feuerwehreinsatzes gehört die ILS jedoch zur „nachgeordneten Einsatzlenkung“. Das heißt, sie ist ein Teil der Einsatzleitung vor Ort. Von daher ist die hohe Qualifikation aller Mitarbeiter nötig. 

Im kommenden Jahr wird Putzers Stellvertreter Jürgen Meyer ebenfalls die Qualifikation des Brandoberinspektors erwerben. Er hat bereits die Hauptbrandmeister-Ausbildung durchlaufen. Nach Praktikum und Führungslehrgang wird auch er dann den Dienstgrad tragen dürfen. Das restliche Personal hat derweil fast komplett die vorgeschriebene Ausbildung zum Hauptbrandmeister absolviert. 2011 werden alle Mitarbeiter in der Feuerwehrschule Geretsried noch je sieben Wochen für ihre künftige Aufgabe trainiert.


Herbert Putzer (Mitte) hatte bei der Weihnachtsfeier der Leitstelle Nordoberpfalz Grund zum Strahlen. Landrat Simon Wittmann (rechts) überreichte ihm das Abschlusszeugnis seiner Feuerwehrausbildung. Mit einem Notendurchschnitt von 2,43 ist Putzer heuer der beste Brandoberinspektor Bayerns. Der Geschäftsleiter des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, Alfred Rast, (links) gratulierte.

Bild: Jürgen Meyer
Bericht: Peter Astashenko

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