Zweckverband für Rettungsdienst und
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Meldung vom 25.06.2013
„Hosentaschen-Anrufe“ machen ILS zu schaffen

25.06.2013 - Die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz (ILS) hat ein Problem mit unbeabsichtigten Notrufen: Durchschnittlich 32 sogenannte „Hosentaschen-Anrufe“ gehen bei der Einrichtung in der Ulrich-Schönberger-Straße täglich ein, berichtet stellvertretender Leiter Jürgen Meyer. Eine Gefahr für den reibungslosen Betrieb sind diese nicht, sie kosten die Mitarbeiter jedoch wertvolle Zeit. Unter „Hosentaschen-Anrufen“ versteht die ILS unfreiwillige Anrufe vom Handy oder dem schnurlosen Telefon. Dabei ist häufig die Tastensperre nicht aktiv, der Besitzer trägt das Gerät beispielsweise in der Hosentasche und berührt dabei – ohne es zu merken – die Tasten so unglücklich, dass es den Notruf anwählt. Von ihrem Start am 24. April 2012 bis zum 11. Juni 2013 verzeichnete die ILS exakt 13025 dieser unfreiwilligen Anrufe.

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„Das belastet“
Weil die Besitzer der Telefone meist nichts von ihrem Missgeschick bemerken, sind bei der Leitstelle nur Hintergrundgeräusche zu vernehmen. „Das belastet“, erklärt Meyer, „man hört ein Rauschen, Krächzen oder Geschrei – und dann muss man eben schauen, was das ist.“ Denn auch hinter Anrufen, bei denen zunächst nichts zu verstehen ist, kann ja ein Notfall stecken. „Wir hatten es schon, dass jemand zusammengebrochen ist und erst langsam angefangen hat zu flüstern.“ Die Mitarbeiter müssen deshalb immer vom Ernstfall ausgehen. „Sie sind angehalten, mehrfach nachzufragen, ob nicht doch mehr dahintersteckt.“ Und das kostet Zeit, während in der Warteschleife ein echter Notruf stecken könnte.

Schwimmkurs unter 112?
Dabei sind die „Hosentaschen-Anrufe“ nicht die einzigen, die bei der ILS aufschlagen, ohne dass es einen Notfall gibt: Häufig melden sich auch Menschen und fragen nach Schwimm- oder Erste-Hilfe-Kursen etwa beim Roten Kreuz oder wollen Kleider spenden. Der Grund: Sie haben die Telefonnummern 112 oder 19 222 auf einem der Kranken- oder Rettungswagen des BRK gelesen. Durchschnittlich 22 Mal am Tag klingelt es bei der ILS wegen solcher und ähnlicher Anliegen.

Immerhin: Böse sind die Mitarbeiter deshalb nicht. „Keiner macht den Menschen einen Vorwurf.“ Im Gegenteil: Wenn es der Betrieb zulässt, versuchen sie sogar, den Anrufern die richtigen Nummern für deren Anliegen zu geben. Und auch die „Hosentaschen-Anrufe“ haben trotz all der Probleme zumindest den Vorteil, dass die Mitarbeiter in ihrem eigentlich sehr belastenden Beruf ab und an etwas zum Schmunzeln haben: Sie belauschen unfreiwillig die verschiedensten Alltagssituationen. Das reicht von der Mutter, die ihre Tochter am Morgen ermahnt, nur ja nicht die Brotzeitdose zu vergessen, über das Pärchen, das lautstark diskutiert, wo es denn jetzt einen Christbaum kaufen soll – bis hin zum lautstarken Liebesspiel.

Natürlich würde die ILS auf so etwas lieber verzichten. Meyer appelliert deshalb, sorgfältiger auf das Telefonzu achten. Wobei: Das hätte freilich den Nachteil, dass die ILSMitarbeiter nicht mehr so viel Skurriles erzählen können. „Da kommen die ulkigsten Geschichten raus“, sagt Meyer.

Welche? Ein ausführlicher Bericht darüber folgt.

Bericht: Franz Kurz

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