Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 13.02.2010 00:00:00
Rettung aus der Luft für Region- Bedarfsanalyse empfiehlt RTH

13.02.2010 - Seit Oktober 2009 liegt die vom Landtag in Auftrag gegebene Bedarfsanalyse für den Luftrettungsdienst in Bayern vor. Erst jetzt rückt sie das Innenministerium heraus. Denn die Empfehlungen kosten reichlich Geld. Das Gutachten rät u.a. zu einem Rettungshubschrauber (RTH) für die mittlere und nördliche Oberpfalz.

Die Empfehlung des monatelang offenbar unter Verschluss gehaltenen Gutachtens zur "Luftrettungs-Struktur Bayern" bestätigte am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung Stefan Scheckinger, Sprecher des bayerischen Innenministeriums. Erstmals finden die gewaltigen Entfernungen in den beiden dünnbesiedeltsten Landkreisen der alten Bundesländer - nämlich Neustadt/WN und Tirschenreuth - bei der Einschätzung der Rettungssituation die gebührende Berücksichtigung. Das Gutachten legt einen Rettungshubschrauber-Standort für die Region nahe, "vor allem um die dort zu erwartenden potenziell langen Transportzeiten in geeignete Kliniken zu kompensieren".

Regionalkonferenz im März

Wie geht's weiter? Erste Adressaten für das Gutachten sind der Landtag, die Rettungszweckverbände und natürlich die Krankenkassen, welche das Gros der erheblichen Betriebskosten für den Rettungshubschrauber tragen müssen. Alfred Rast, Geschäftsführer des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehr-Alarmierung in der Nordoberpfalz, erwartet das Papier in der kommenden Woche. Im März ist eine große Regionalkonferenz mit allen Beteiligten aus den Räumen Weiden und Amberg terminiert.

Angesichts der 50-Kilometer-Einsatzradien der Rettungshubschrauber-Standorte Regensburg, Nürnberg und Bayreuth gähnte ein "weißer Fleck" in der nördlichen und mittleren Oberpfalz. Die enormen Distanzen, das wachsende Verkehrsaufkommen auf A93 und A6 sowie der drohende Mangel an Notärzten verschärfen die Rettungssituation in der Region. "Endlich ist das Gutachten da. Ich habe schon gar nicht mehr darauf gehofft", sagt Dr. Manfred Hausel, Ärztlicher Direktor der Kliniken Nordoberpfalz. "Nur der Rettungshubschrauber kann die Notärzte noch rechtzeitig zu den Patienten oder Unfallopfern bringen."

Millionen-Investitionen
Über den Standort des Rettungshubschraubers müssen sich Amberg und Weiden zeitnah einig werden. Es soll hier bereits Vorgespräche zwischen beiden Kliniken gegeben haben. Die Finanzierung spielt dabei mit Sicherheit eine gewichtige Rolle. Denn die reine Einrichtung eines Rettungshubschrauber-Standorts geht in die Millionen Euro. Der Luftlandeplatz Latsch kann zumindest rudimentäre Strukturen bieten.

   

Als Betreiber haben bereits der ADAC und der Deutsche Rettungsflugdienst (DRF) ihr Interesse bekundet. Nach Auskunft von Friedrich Rehkopf, Geschäftsführer der ADAC-Luftrettung, belaufen sich für die "preisgünstigste Variante", einen Hubschrauber vom Typ EC 135 im Tagbetrieb, die jährlichen Betriebskosten auf 2,0 bis 2,2 Millionen Euro. Neben dem Piloten stehen Notarzt und Rettungsassistent auf der Gehaltsliste, es müssen ein Unterkunftsgebäude für das Rettungsteam gebaut und eine mobile Landeplattform installiert werden.

Quelle: Der neue Tag

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