Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 21.07.2010 22:02:16
Gefahrgutunfall auf der A93

21.07.2010 - Um 6.55 Uhr erhielt die Rettungsleitstelle des Zweckverbandes die Meldung über einen Gefahrgut-Unfall auf der Autobahn, etwa einen Kilometer vor der Ausfahrt Luhe-Wildenau in Fahrtrichtung Regensburg. Bei dem verunglückten Laster handelt es sich um einen Transporter mit Anhänger, der Gebinde mit Salpetersäure, Cyanamid, Eisessigsäure, Flusssäure und Chlorwasserstoff geladen hat. Der Brummi war wohl ins Bankett geraten, hat einen Wegweiser gerammt und blieb in der Böschung liegen.

Die Bergung der Ladung war Aufgabe der Feuerwehr - die mit gut 20 Mann vor Ort war - und einer Spezialfirma. Die Rettungsleitstelle alarmierte zur Absicherung der nicht ungefährlichen Arbeiten die BRK-Rettungswagen aus Weiden und Neustadt, einen Krankenwagen und den Notarzt Weiden. Die Einsatzleitung des BRK übernahm Peter Sirtl. Die Schnelleinsatzgruppe des BRK Weiden wurde alarmiert und löste die regulär im Dienst befindlichen Rettungswagen ab. Die Mobile Unfallnachsorge des BRK Windischeschenbach kam ebenfalls zum Einsatz und kümmerte sich um die Versorgung der Helfer mit Essen und Getränken.

Aus Kemnath wurde die in der Region stationierte Spezialeinheit des Roten Kreuzes für Gefährliche Stoffe und Güter alarmiert. Diese Helfer sind in der Lage, Verletzte die mit Gefahrstoffen verseucht wären zu retten und zu dekontaminieren. Für diesen Zweck stehen spezielle Schutzanzüge, ein aufblasbares Zelt und spezielle Reinigungsgeräte zur Verfügung. Die 30 Helfer des Roten Kreuzes sammelten sich im Bereitstellungsraum, sprich in sicherer Entfernung zur Unfallstelle.

  
Ein Kran hob den Anhänger vom Gespann ab. Der Hänger war nicht mit Gefahrstoffen beladen. Danach untersuchten die Kräfte der Feuerwehr den Brummi selbst, ob Gefahrgut aus den Gebinden austritt oder nicht. Problematisch waren die Gebinde mit Flusssäure, die 1000 Liter fassen und dementsprechend schwer sind.

Eine akute Gefahr ging nach Auskunft von Sirtl nicht aus. Es gibt auch keine Verletzten. Der LKW-Fahrer überstand den Ausflug ins Bankett unbeschadet. Zur Sicherheit baute die Schnelleinsatzgruppe "Gefährliche Stoffe und Güter" jedoch eine Dekontaminationsstelle auf der Autobahn auf, für den Fall das bei den Bergungsarbeiten Gefahrstoffe austreten. Auch Wasserwirtschaftsamt und Technisches Hilfswerk waren vor Ort.

Da sich die Bergung der Lage länger hinzog als erwartet, wurden immer wieder Helfer an der Einsatzstelle ausgetauscht. Die Mobile Unfallnachsorge hatte alle Hände voll zu tun, bei 31 Grad Außentemperatur die Helfer mit kalten Getränken zu versorgen. Um kurz vor 17 Uhr war die Einsatzstelle geräumt, die Autobahn wieder frei und die Helfer konnten nach über zehn Stunden Einsatz wieder einrücken.

Bericht: Peter Astashenko
Bilder: Jürgen Meyer

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