Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

Sie befinden sich hier > Nachrichten > Archiv
Meldung vom 06.07.2018
Mobiler Gefahrenmelder

06.07.2018 - „Wer kennt hier noch die Sirenentöne, die dazu auffordern, Radio oder Fernseher einzuschalten?“,  fragt Alfred Rast, Geschäftsführer des Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz. Betretenes Schweigen. „Na, das ist so ein Auf- und Abheulen“, versucht sich jemand. „Im Kriegsfall bedeutet das Luftangriff“, vervollständigt Rast.

Die Sirene wird es auch weiter geben. Wer aber künftig im Fall der Fälle gewarnt sein möchte, kann sich auf die Notfall-Informations-App NINA verlassen: „Ein weiterer Schritt zur Digitalisierung der Gefahrenwarnung“, sagt Landrat Andreas Meier. Fachlich beraten vom ILS haben sich die Landkreise Neustadt/WN., Tirschenreuth und die Stadt Weiden für das System des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entschieden. Es verschickt deutschlandweit, aber auch standortbezogen Großschadenlagen aller Art innerhalb von 30 Sekunden an einen Verteiler von Medien und an die App – inklusive Notfalltipps.

Großes Land der Apps
Im großen Land der Apps könne man sich leicht verlaufen, erzählt Landrat Meier. „Deshalb unser Dank an Jürgen Meyer für die Orientierungshilfe.“ Man solle den Teufel nicht an die Wand malen, aber: „Bei einem Amoklauf wie im Münchener Olympia-Einkaufszentrum braucht man schnelle, qualifizierte Informationen, um sich von gefährlichen Bereichen fernzuhalten.“ Dieses Informations- und Rettungssystem biete die Voraussetzungen dafür. „Ich hoffe, dass sich viele die App downloaden.“

MoWaS PK 2018       

Wir haben uns für MoWaS entschieden“, erklärt Jürgen Meyer, stellvertretender ILS-Leiter, Stabstelle Qualitätsmanagement und -sicherung, „weil wir damit innerhalb von 30 Sekunden alle Medien gleichzeitig informieren können.“ Ein Jahr habe man an der Systemeinführung gearbeitet, jetzt sei es startklar. „Wir haben 21 Personen für die Anwendung geschult“, sagt Meyer, „die Kreisverwaltungen sind zu den Geschäftszeiten zuständig, dann übernehmen unsere Leute.“ Das Herzstück des Warnsystems verbirgt sich in einem Bunker im Norden Deutschlands: „Der Ort wird nicht verraten“, sagt der ILS-Pressesprecher. Die Anlage sei gut vor Hackerangriffen geschützt.

Im Ernstfall würden sich die Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz und die ILS gegenseitig informieren, damit alle Einsatzkräfte am Laufenden blieben: „Keiner streut aus, was der andere nicht weiß“, sagt Meyer. „Sonst ruft ein besorgter Bürger bei der Polizei an, und die weiß nicht, dass eine Meldung draußen ist.“ 225 000 Bewohner im Verbreitungsgebiet könnten die Notfall-App nutzen: „NINA kann man kostenlos in allen Stores runterladen.“ Sie habe nützliche Zusatzfunktionen, so dass man sie für eine oder mehrere Kommunen scharfstellen oder sie auch unterwegs nutzen könne: „Vergessen Sie aber nicht, die Push-Nachrichten zu aktivieren“, empfiehlt Meyer.

„Ohne App bist a Depp“, zitiert Rast einen Lieblingsspruch von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, „das gilt auch im Katastrophenfall.“ Und der Geschäftsführer nennt Beispiele, bei denen sich die App bewähren könne:

■ Bei einem Großbrand in industriellen Anlagen, wenn Gefahrenstoffe austreten, und man Türen und Fenster schließen sollte

■ Bei extremen Wetterlagen

■ Schulausfällen

■ Bei Beeinträchtigung der Trinkwasserqualität oder -versorgung

■ Bei der Evakuierung aufgrund von Hochwasser oder eines Bombenfundes

■ Bei einer Einbruchsserie oder Erpressungen mit der Drohung, Lebensmittel zu vergiften

■ Bei entlaufenen Tieren wie Pferden auf der Autobahn oder Stieren in der Innenstadt

■ Bei Terror oder Amok. Je nach Dringlichkeit der Warnungen wird eine niedrige, mittlere oder hohe Priorität vergeben. „Bei der Explosion am Donnerstag in Reichenau bei Waidhaus hätten die Bewohner das Haus dringend verlassen sollen“, nennt Jürgen Meyer ein Beispiel. Die beste Gefahren-App aber sei immer noch die, die keinen Anlass zur Warnung habe, findet Rast: „Wir hoffen, es dauert noch lange, bis die erste Meldung kommt.“ Die ersten Unwetterwarnungen ließen allerdings nicht lange auf sich waren.

ILS Nordoberpfalz 2018 | Impressum | Telefon: +49 (961) 38833-0 | leitung@ils-nordoberpfalz.de