Zweckverband für Rettungsdienst und
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Meldung vom 18.05.2010 08:51:15
Sondereinsatzkräfte überwältigen 21jährigen in seiner Wohnung

17.05.2010 - Aufgrund seiner Erkrankung sollte sich ein Weidener in psychiatrische stationäre Behandlung begeben. Als ihm eine Familienangehörige die Nachricht überbringen wollte, reagierte der junge Mann äußerst aggressiv und drohte sich oder anderen etwas anzutun. Zu diesem Zeitpunkt mussten die Einsatzkräfte auch von einem Besitz von gefährlichen Gegenständen oder gar Waffen ausgehen. Da wiederholte Gespräche nicht die gewünschte Einsicht zeigten und sich der Gemütszustand des Betroffenen drastisch verschlechterte, wurde ein polizeilicher Notzugriff erforderlich.

Bereits in den späten Nachmittagsstunden informierte eine Angehörige des Betroffenen die Polizei Weiden über den Sachverhalt. In mehreren darauffolgenden Gesprächen an der Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus in der Christian-Seltmann-Straße versuchte die Angehörige und eine Polizeistreife beruhigend auf den Mann einzuwirken, jedoch vergebens. Der Alleinstehende reagierte zunehmend aggressiver und drohte Angehörigen oder Polizeikräfte anzugreifen, wenn sie versuchen sollten die verschlossene Wohnungstür zu öffnen. Im weiteren Verlauf konnte auch nicht ausgeschlossen werden, dass er sich selbst etwas antut.

Um die Lage nicht eskalieren zu lassen, entschloss sich die Einsatzleitung von weiteren Gesprächen abzusehen und stattdessen vorsorglich Sondereinsatzkräfte anzufordern. Bevor dass diese zum Einsatz kamen, keimte die Hoffnung auf mit einer Vertrauensperson, die er namentlich gegenüber den Einsatzkräften erwähnte, ihn zum Aufgeben zu bewegen. Da jedoch auch diese Gespräche auf nicht absehbare Zeit erfolgversprechend waren, drangen die Sondereinsatzkräfte in einem günstigen Augenblick blitzartig in die Wohnung ein und konnten den Mann überwältigen. Zum Zeitpunkt der Festnahme hatte er auch ein Beil in der Hand, welches er jedoch aufgrund des Überraschungseffektes nicht mehr einsetzen konnte. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Beamten auch einzelne Messer, die sichergestellt wurden. Inwieweit der Betroffene unter Alkohol- oder Medikamenteneinnahme stand, ist bislang nicht bekannt. Eine Blutentnahme wurde nach seiner Unterbringung in das Bezirkskrankenhaus Wöllershof angeordnet.

Bei dem Einsatz gab es auf beiden Seiten keine Verletzte. Das BRK war mit Notarzt Dr. Andreas von Bohlen und zwei Rettungswägen am Einsatzort. Sie versorgten den Festgenommenen mit Medikamenten und sorgten für den Transport ins Bezirkskrankenhaus. Auch die Feuerwehr Weiden rückte mit zahlreichen Einsatzkräften und Fahrzeugen aus. Unter anderem war vorsorglich auch die Drehleiter in der Nähe des Einsatzortes positioniert. Da ein Sprung aus einem Fenster der Dachgeschosswohnung nicht ausgeschlossen werden konnte, standen die Rothelme zudem mit einem aufgeblasenen Sprungtuch bereit.

Für etwa 45 Minuten wurde die Christian-Seltmann-Straße in diesem Bereich gesperrt und der Verkehr umgeleitet.

Quelle: Polizeipräsidium Oberpfalz

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