Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 11.07.2010 11:24:10
Ach du dickes Ding - Neuer S-RTW für die Nordoberpfalz

11.07.2010 - Es war spektakulär, als vor einem Jahr das Technische Hilfswerk in Weiden mit einem Gabelstapler eine Patientin aus dem ersten Stock ihres Hauses retten musste. Das Problem: Die Patientin war massiv übergewichtig. Doch nicht nur die Rettung war ungewöhnlich, auch der Transport. Auf dem Pritschenwagen der Feuerwehr war ein Schwerlastbett aus dem Klinikum verzurrt. Die Liege eines normalen Rettungswagens hätte unter der Last nachgegeben. Doch einige Problem sind jetzt gelöst, dank des neuen Schwerlast-Rettungswagens, der seit Anfang Juli im Dienst ist.

Von außen unterscheidet das neue Fahrzeug vor allem eines: die hydraulische Hebebühne am Heck. Damit wird das Einladen eines schwer übergewichtigen Patienten zum Kinderspiel. Ansonsten liegen die Besonderheiten im Detail. Zwar halten die Liegen normaler Rettungswagen auch um die 200 Kilo aus, jedoch die Halterung der Liege im Fahrzeug ist nur bis rund 150 Kilo zugelassen. Zudem wären diverse Rettungsmittel, wie Tragetücher oder Vakuummatratzen schlicht zu klein.


Diese Probleme sind im Schwerlast-Rettungswagen, kurz S-RTW, gelöst. Es gibt keinen Tragetisch, der eine Belastungsgrenze wäre. Die Liege hält bis zu 318 Kilo aus. Es gibt spezielle Vakuummatratzen mit Überbreite und ein verstärktes Tragetuch, beide bis zu 350 Kilo belastbar. Ein spezieller Tragestuhl mit einer Raupe an der Rückseite, macht es möglich, Patienten über Treppen abzugleiten, ohne schwer heben zu müssen. Zudem gibt es zum Beispiel noch extra breite Blutdruckmanschetten. Eben alles, was für einen stark übergewichtigen Patienten benötigt wird. Eine spezielle Luftfederung gleicht den fehlenden Tragetisch aus, der in normalen Rettungswagen Schwingungen abfängt.

Das Fahrzeug für die Nordoberpfalz ist an der Rettungswache Weiden stationiert und trägt den Funkrufnamen Rotkreuz Nordoberpfalz 9/71/2. Der S-RTW wird aber nicht nur für ganz schwere Patienten zum Einsatz kommen. Er fährt in der so genannten regulären Vorhaltung, kommt also auch bei "normalen" Notfällen zum Einsatz. Einziger kleiner Wehmutstropfen: Das Fahrzeug wiegt fünf Tonnen. Also ist der Führerschein C1 nötig. Der so genannte "Feuerwehrführerschein", der das Fahren von Einsatzfahrzeugen bis 4,75 Tonnen ermöglicht, hilft hier nicht.



Bericht: Peter Astashenko
Bild: Jürgen Meyer / BRK PUMA

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