Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

Sie befinden sich hier > Nachrichten > Archiv
Meldung vom 01.02.2010 09:42:01
Radpanzer der US-Army überschlagen

01.02.2010 - Es ist der größte Truppenübungsplatz der US-Armee in Europa: Grafenwöhr. Die rettungsdienstliche Versorgung des riesigen Geländes übernehmen jedoch die deutschen Rettungsdienste. Den Lagereigenen Rettungswagen der Armee gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Und so sind die Retter es gewohnt, nach passieren der Lagertore, eigentlich mitten in den "USA" zu stehen und dort Leben zu retten.b Baseball-Feld, Truppenunterkunft oder Schießbahn - das "Lager" ist sein eigener Mikrokosmos, mit ganz eigenen Einsätzen und Einsatzorten...

Am Montag morgen um 7.13 Uhr erreichte die ZRF Rettungsleitstelle der Notruf über einen schweren Verkehrsunfall auf der Panzerstraße im Bereich des Übungsplatzes. Zwischen dem Lagerbereich in Grafenwöhr und der Ortschaft Tanzfleck, Höhe der Schießbahn 123, habe sich ein Radpanzer der US-Army überschlagen. Unverzüglich wurden die Rettungswagen des BRK aus Eschenbach, Kemnath und der Notarzt Eschenbach alarmiert. Vorausgeeilt war zudem der "Helfer vor Ort" des BRK Grafenwöhr. BRK-Einsatzleiter Harald Hutzler war zufällig noch auf der Wache in Eschenbach und rückte ebenfalls mit an.
Nach der ersten Lagemeldung wurden noch der Rettungswagen aus Weiden, der Krankenwagen aus Eschenbach, der Notarzt Weiden und Dr. Andreas von Bohlen aus Weiden nachalarmiert.

Einsätze im US-Lager sind auch deshalb besonders, weil es nicht möglich ist, einfach zur Unfallstelle zu fahren. Es wird immer vorher festgelegt, über welches Tor die Retter in den Lagerbereich kommen. Ab dem "Gate" werden sie von der Militärpolizei eskortiert. Um die damit verbundene längere Anfahrtszeit zu kompensieren, übernimmt die Lagerfeuerwehr die Erstversorgung. Die Feuerwehrmänner wurden vor einigen Jahren als Sanitäter geschult und können so Hilfe leisten, bis der Rettungsdienst eintrifft.

An der Einsatzstelle bot sich folgendes Bild: Auf der schneebedeckten Panzerstraße war nach Auskunft des Einsatzleiters ein Radpanzer vermutlich ins Rutschen geraten. Er stieß dabei gegen die Betonabgrenzung einer Brücke, überschlug sich und blieb kopfüber in einem Wasserdurchlass liegen. In dem Fahrzeug befanden sich 14 Soldaten. Durch den Überschlag wurden sie in dem Panzer durcheinander gewirbelt und zogen sich dabei teils schwere Verletzungen zu.

Nach einer ersten Sichtung war klar, dass sieben Soldaten verletzt waren, vier davon leicht. Zwei Armeeangehörige hatten schwerere Verletzungen. Ein Soldat war so schwer verletzt, dass er an der Einsatzstelle noch in Narkose versetzt werden musste. Lebensgefahr ist nach Auskunft der Rettungskräfte nicht auszuschließen.Nach der Versorgung und Stabilisierung der Verletzten wurden sie in umliegende Kliniken gebracht.

Aufgrund des militärischen Sperrgebietes exisiteren von unserer Seite keinerlei Fotos.

Bericht: Peter Astashenko

ILS Nordoberpfalz 2018 | Impressum | Telefon: +49 (961) 38833-0 | leitung@ils-nordoberpfalz.de