Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 17.01.2014
74 000 disponierte und bearbeitete Einsatzmittel

17.01.2014 - Die Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz hatte in ihrem ersten vollen Kalenderjahr 74 496 Einsätze zu bearbeiten. Zwar fehlen exakte Vergleichsdaten, unterm Strich dürfte diese Zahl jedoch eine leichte Steigerung bedeuten, erläuterte der Leiter der ILS Herbert Putzer bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2013. Trotz erhöhter Anforderungen sei der Betrieb aber „hervorragend gelaufen“. Im neuen Jahr werde vor allem eine Neuerung die ILS beschäftigen: die Umstellung auf Digitalfunk, die ab Oktober anläuft.

Unbeabsichtigte Anrufe
Hinter den Einsätzen stecken bei weitem nicht nur Schadensereignisse. Rund die Hälfte (33 413) machten sogenannte „Info-Einsätze“ aus, die vornehmlich organisatorische, dokumentationspflichte Bedeutung haben (wenn sich z. B. ein Notarzt zum Dienst anmeldet). Ansonsten verzeichnete die ILS 30 674 Rettungsdienst-Einsätze; 2960 weitere kamen unter dem Stichwort „Technische Hilfsleistung“ hinzu. 872 Mal hieß es „Brand“.

41 063 Mal rief die ILS jemand an. Funksprüche gab es 127 923 auf den fünf BOS Funkkanälen. Insgesamt nahm die ILS 95 839 Anrufe entgegen. Viele mit ernstem Hintergrund. Manche ohne. Wie die „Hosentaschenanrufe“, die – oft unbemerkt – abgesetzt werden, wenn etwa die Tastensperre eines Handys gelöst ist (wir berichteten). 13 173 Mal mussten die Disponenten dann herausfinden, ob ein Notfall vorliegt oder jemand ohne Absicht anruft. „Das ist ein erheblicher Aufwand.“ Die häufigsten Einsatzorte für Feuerwehr und Rettungsdienst waren Weiden (11 590 Einsätze), Tirschenreuth (2581) und Vohenstrauß (1703).

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2154 Hilfeersuchende erkundigten sich nach dem Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst, 127 nach dem diensthabenden Zahnarzt. 20 Anrufer erfragten die diensthabende Apotheke. Christoph 80“ flog 2013 insgesamt 1318 Luftrettungseinsätze. „Christoph 20“ aus Bayreuth wurde zu 84 Einsätzen in die Oberpfalz geholt. 26 Frühgeborene wurden mit Inkubator transportiert, 54 Intensivpatienten mit einem speziellen Intensivmobil. Die Wasserrettung war 16 Mal gefordert, die Bergrettung 33 Mal. Krisenintervention und Notfallseelsorge rückten 115 Mal aus. Die schnellen „Helfer vor Ort“, die die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken, wurden 4445 Mal alarmiert. 24 Standorte gibt es in den Landkreisen Neustadt/WN. und Tirschenreuth. Der Bereich der Leitstelle Nordoberpfalz ist der bayerische Leitstellenbereich mit den meisten „Helfer vor Ort“-Standorten.

Zu den Großereignissen zählte – neben Unfällen – das heftige Sommergewitter mit Hagel am 28. Juni: 512 Mal klingelte damals der Notruf innerhalb von nur viereinhalb Stunden. Überhaupt waren es die Sommermonate Juni und Juli, die laut Putzer die meisten Einsätze brachten. Womöglich spiele die Hitze dabei eine Rolle. Näheres lasse sich aber nicht sagen. Überhaupt ist es schwer, die Zahlen zu interpretieren. Die ILS nahm erst im April 2012 den Betrieb auf. Eine Statistik für ein volles Jahr gibt es daher erstmals für 2013 – Vergleichswerte fehlen also. Stellt man jedoch einzelne Monate gegenüber, so ergeben sich laut Putzers Stellvertreter Jürgen Meyer in allen Einsatzbereichen leichte Steigerungen – mit Ausnahme der Verkehrsunfälle. Die Gründe bleiben jedoch offen. „Man findet keine plausible Erklärung.“

Zum Personal der ILS gehören derzeit neben den beiden Leitern sieben Schichtleiter, 15 Disponenten, zwei Systemadministratoren, ein Verantwortlicher für IuK und BOS Digital- und Analogfunk sowie 18 Unterstützungskräfte, die bei Großeinsatzlagen aushelfen. Im Bedarfsfall können sie auf 900 Fahrzeuge in Weiden sowie den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth zurückgreifen.

Fest etabliert
Ihnen allen bescheinigte Alfred Rast, Geschäftsleiter des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), „erstklassige“ Arbeit. Ähnlich äußerten sich bei der Bilanzvorstellung auch Vertreter von Notärzten, Rotem Kreuz, DRF Luftrettung und Feuerwehr. In ihrem zweiten Jahr, fasste ZRF-Vorsitzender Landrat Simon Wittmann zusammen, sei die Leitstelle bereits fest etabliert. Gewiss, anfangs habe es über sie noch Diskussionen gegeben. „Aber das hat sich mittlerweile beruhigt.“

Bericht: Franz Kurz, Jürgen Meyer
Vorschaubild: Hartl (NT), Bild: Jürgen Wilke

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