Zweckverband für Rettungsdienst und
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Meldung vom 07.09.2010 08:30:00
Digitalfunk Regionalkonferenz im Landratsamt Tirschenreuth

07.09.2010 - Die Einführung des neuen Digitalfunks für die Einsatz- und Hilfskräfte in Bayern dient dem Schutz und der Sicherheit der Menschen in unseren Städten und Gemeinden. „Bei bedeutenden Großeinsätzen, aber insbesondere auch im ''normalen'' Alltag der Einsatzkräfte ist so eine sichere und direkte Kommunikation der verschiedenen Organisationen und Einsatzgruppen ein riesiger Fortschritt und dient nicht zuletzt auch dem Schutz der vielen haupt- und ehrenamtlichen Helfer in Gefahrensituationen", so Eck.

Zu den BOS-Digitalfunkern zählen unter anderem Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk, Wasser- und Bergwacht. Sie alle kommunizieren seit über 30 Jahren mit bis zu sechs parallelen Analogfunknetzen, die bayernweit bereits zu den Olympischen Spielen 1972 eingeführt wurden. Moderne Datenübertragung ist mit ihnen nicht möglich. Die Industrie betreibt auch keine Weiterentwicklung der Analogfunktechnik mehr.

Nachdem insgesamt in Bayern rund 950 Standorte zum Ersatz der bisher 3.500 analogen Standorte benötigt werden, befindet sich fast ein Viertel des bundesweiten Netzes in Bayern. Die bundesweit eingesetzte Funktechnologie ist hier der sogenannte TETRA-Standard. "Dabei handelt es sich um eine bereits in mehr als 100 Ländern eingesetzte und sichere Standardtechnologie, die allen deutschen und europäischen gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien genügt. Die Bundesnetzagentur bescheinigt das für jeden einzelnen Standort", so Roland Radler von der Projektgruppe DigiNet, die im bayerischen Innenministerium verantwortlich für Netzaufbau und Einführung des BOS-Digitalfunks ist.

Eck betonte außerdem, dass der Freistaat Bayern dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach Informationen aus erster Hand zu Standorten für den neuen Funk ihrer Einsatzkräfte nachgekommen ist: "Ich habe in den vergangenen Monaten häufig Klagen gehört, dass die strenge Form der Vertraulichkeit beim BOS-Digitalfunk einer bürgernahen Verwaltung und der Informationspflicht gegenüber der Bevölkerung zuwider läuft. Daher haben wir bereits vor Monaten dieses Verfahren den Bedürfnissen der Kommunen angepasst. So können Ortsangaben zu einzelnen Standorten in den Gemeindegebieten öffentlich bekannt gegeben werden." Diese Entwicklung begrüßt Landrat Hübner: „Der Landkreis und die Kommunen im Landkreis stehen ausdrücklich hinter der Einführung des BOS Digitalfunks. Aber es ist wichtig, dass unsere Bürgermeister wissen, was in Ihren Gemeinden passiert und entsprechend auskunftsfähig sind.“

Die Auswahl der Standorte erfolgt unter Einbeziehung der betroffenen Kommunen und der örtlichen Einsatzkräfte. Dort wo Einsatz- oder Unfallschwerpunkte sind, muss zum Schutz der Bürger auch die beste Funkversorgung gewährleistet sein. Denn das modernisierte Funknetz ist insbesondere auch das Netz der Kommunen und der Bürger vor Ort. Mit der Suche und Bereitstellung geeigneter Standorte setzt der Freistaat Bayern im Landkreis Bayreuth Mitarbeiter der Firma Telent sowie des Partnerunternehmens Abel Mobilfunk ein. In Stadt und Landkreis Bayreuth sind von 25 benötigten Standorten bereits zwei Drittel vertraglich gesichert. Dabei versucht man zunächst, bereits vorhandene Mobilfunkstandorte mit zu nutzen. Allerdings müssen für Polizei und Rettungskräfte auch Gebiete versorgt werden, die für die kommerziellen Mobilfunkbetreiber uninteressant sind, wie beispielsweise Unfallschwerpunkte von Kletterern oder Motorradfahrern in der Fränkischen Schweiz. Aus diesem Grund müssen rund die Hälfte der benötigten Standorte für den BOS Digitalfunk neu errichtet werden.

Nachdem alle Standorte technisch miteinander verknüpft sind, muss vermieden werden, dass einmal gesicherte Standorte später wegfallen. Dies hätte oftmals erhebliche negative Auswirkungen auf das gesamte Netz in der betroffenen Region zur Folge. Staatssekretär Eck appellierte daher nochmals an alle Bürgermeister, Gemeinderäte und Vertreter der BOS, dieses für die Sicherheit der Menschen in den bayerischen Städten und Gemeinden in allen Notlagen so wichtige Projekt als gemeinsame Herausforderung zu betrachten und die Projektgruppe DigiNet sowie die beauftragten Firmen bei der Gewinnung geeigneter Standorte zu unterstützen.

Fast eine Milliarde Euro kosten Aufbau und Betrieb des BOS Digitalfunks in Bayern bis 2021. Davon trägt 20 Prozent der Bund. 80 Prozent müssen in Bayern finanziert werden, also rund 800 Millionen Euro. Um die Kommunen und BOS-Nutzer bei der Umstellung auf digitale Technologie zu unterstützen, übernimmt der Freistaat zudem die Erstbeschaffung von Endgeräten für Feuerwehren, Land- und Luftrettung sowie Katastrophenschutz zu einen großen Anteil, bei der Berg-, Wasser- und Höhlenrettung vollständig. "Insgesamt stellen wir für die neuen digitalen Funkgeräte weitere rund 70 Millionen Euro bereit", so die aktuelle Schätzung von Eck.

Foto: Harald Mohr

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