Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 11.07.2010 20:00:00
Neue Prüfung für Rettungssanitäter

11.07.2010 - Es ist das Ziel vieler Rotkreuzler: die Ausbildung zum Rettungssanitäter erfolgreich abschließen. Der Weg dahin ist beschwerlich. Viele absolvieren zuerst einen 48-stündigen Lehrgang und werden Sanitätshelfer. Dies gehört zur Grundausbildung jedes BRK-Helfers. Doch viele wollen in den Rettungsdienst. Um einen Krankenwagen fahren zu dürfen, sollten sie mindestens Rettungdiensthelfer sein. Dies bedeutet erst einmal 160 Stunden theoretische Ausbildung. Vier Wochen am Stück, oder meist als Wochenendkurs über ein halbes Jahr. Dazu kommen noch 160 Stunden Praktikum auf einer Rettungswache. Diese so genannte RDH-Ausbildung ist auch das, was alle Zivildienstleistenden im Rettungsdienst absolvieren müssen.

So kurz vor dem Ziel, wollen viele aber schließlich auch den letzten Schritt noch gehen. Wer noch 160 Stunden Klinikpraktikum ableistet, kann sich schließlich für die einwöchige Abschlussprüfung zum Rettungssanitäter anmelden. Diese Prüfung gilt in Bayern als besonders schwer. Wie Jürgen Sollfrank, der Ausbildungsleiter des BRK-Kreisverbandes Weiden und Neustadt/WN. erklärt,  wird die Prüfung nun ein bisschen einfacher. Neu ist, dass die Vorbereitungsfragen für den Abschlusslehrgang von 274 auf 164 Fragen reduziert wurden. Sie werden vier Wochen vor Beginn der Abschlusswoche an die Lehrgangsteilnehmer versandt, um sich vorab auf den theoretischen Teil der Abschlussprüfung vorbereiten zu können. Auch der mündliche Prüfungsteil hat sich geändert. Gab es früher noch drei Fragen aus unterschiedlichen Bereichen, so muss nun ein Fallbeispiel mit den Prüfern diskutiert werden. Dabei werden die Kenntnisse in Einsatztaktik, Anatomie und Physiologie sowie die notfallmedizinischen Maßnahmen geprüft.  Im praktischen Teil der Prüfung wird die Reanimation nach den derzeit gültigen Leitlinien gefordert. Die Anwendung des Larynxtubus wird hierbei Pflicht. Der zweite Teil der praktischen Prüfung besteht aus einem Fallbeispiel. Es gibt weiterhin zehn internistische und zehn chirurgische Fallbeispiele.  Der schriftliche Teil der Abschlussprüfung setzt sich aus einem Pool von Multiple choice-, Zuordnungs- und Benennungsfragen zusammen. Es werden 100 Fragen gestellt, wobei nur eine Antwort richtig sein kann. Neu ist auch der Notenschlüssel. Die jeweiligen Prüfungsabschnitte sind ab 50 Prozent als "ausreichend" bestanden, nicht wie früher erst bei 67 Prozent.

Wer diese Prüfung besteht, hat 520 Stunden Ausbildung hinter sich und darf sich Rettungssanitäter (kurz: RS) nennen. Um die Ausbildung abzuschließen, hat man übrigens nur drei Jahre ab Beginn der Ausbildung Zeit. Die Beifahrer auf einem Krankenwagen und auch die Fahrer von Notarzteinsatzfahrzeugen müssen nach dem bayerischen Rettungsdienstgesetz mindestens RS sein. Auch die Fahrer von Rettungswagen haben meist mindestens diese Ausbildung.

Der nächste Ausbildungsschritt wäre schließlich der Rettungsassistent. Dies ist der einzige Beruf den es im Rettungdienst gibt. In Wochenendkursen wie beim RS geht es hier aber nicht mehr weiter. Rettungsassistenten müssen ein Jahr auf eine Rettungsdienstschule und in die Klinik. Danach folgt ein einjähriges Anerkennungsjahr. Diese Ausbildung dauert gut 3000 Stunden und muss meist selbst bezahlt werden. Seit Jahren ist jedoch geplant, die Ausbildung für Rettungsassistenten auf drei Jahre zu verlängern und das Rettungsassistentengesetz auch bezüglich ihrer Kompetenzen hin zu novellieren. Eine der treibenden Kräfte dahinter ist der Bundestagsabgeordnete Jens Ackermann. Er hofft, dass noch in dieser Legislaturperiode, möglichst bis 2012, die Novellierung erfolgt. Nach der Novellierung soll der Beruf aber auch einen neuen Namen bekommen.

Bericht: Peter Astashenko
Bild: Jürgen Meyer / BRK PUMA

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