Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 27.09.2011 08:35:39
Arbeiter in Baugrube verschüttet - ein Toter, ein Schwerverletzter

26.09.2011 - Genau um 21 Uhr kam der Notruf am Montagabend. Im Dorf Grün zwischen Tirschenreuth und Bärnau (Kreis Tirschenreuth) waren bei Bauarbeiten Personen verschüttet worden. Keine Minute später lösten die Disponenten der Leitstelle Nordoberpfalz Alarm für die BRK-Rettungswagen aus Neustadt und Tirschenreuth, den Notarzt Tirschenreuth und BRK-Einsatzleiter Markus Münchmeier aus Krummennaab aus. Die Feuerwehreinsatzzentrale alarmierte die Wehren aus Tirschenreuth, Schwarzenbach und Bärnau. 

Was war passiert? Der Einsatzleiter beschrieb die Szenerie so: Zur Zeit wird auf einem landwirtschaftlichen Anwesen von einer Baufirma eine Biogasanlage errichtet. Nachdem von einem Bagger ein etwa 3,50 m tiefer Graben ausgehoben worden war, stiegen ein 25-jähriger und ein 39-jähriger Arbeiter in den Graben, um dort Rohre zu verlegen.Während dieser Arbeiten stürzten die Wände des Grabens ein und die beiden Männer wurden von der Erde begraben. Einer wurde komplett unter dem schweren Lehmboden verschüttet, der andere steckte etwa bis zur Höhe der Brustwarzen in der Erde.  Der 32-jährige Baggerführer hatte dies beobachtet und fuhr mit seinem Bagger zur Unglücksstelle, um den beiden zu helfen. Dabei gab das Erdreich erneut nach und der Bagger stürzte ebenfalls seitlich in den Graben. Der Baggerfahrer selbst erlitt einen schweren Schock.


 
Die Rettung der Verschütteten gestaltete sich als äußerst schwierig. Schnell war klar, dass der komplett verschüttete Arbeiter wohl nicht mehr lebend gerettet werden kann. So versuchten die Feuerwehren sofort den zweiten Verschütteten mit Schaufeln und bloßen Händen aus dem Erdreich zu befreien. Problematisch war die Position des Baggers. Er wurde gesichert und konnte erst später mit Hilfe eines Autokrans aus dem Gefahrenbereich gezogen werden. 


 
Die Leitstelle Nordoberpfalz alarmierte zwischenzeitlich das Kriseninterventionsteam und den nachtflugtauglichen Intensivhubschrauber "Christoph Regensburg". Der schwer geschockte Baggerfahrer wurde nach notärztlicher Versorgung von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Das Kriseninterventionsteam kümmerte sich derweil um die unter Schock stehenden Angehörigen an der Einsatzstelle.

"Christoph Regensburg" landete gegen 22.45 Uhr an der Einsatzstelle, kurz vor der Befreiung des ersten Verschütteten. Dieser wurde schließlich untersucht, versorgt, und stabilisiert. Der Rettungshubschrauber brachte ihn in eine Uniklinik. Verschüttete können durch den Unfallmechanismus schwere Folgeschäden davontragen. Deshalb fiel die Entscheidung das Unfallopfer gleich in ein Traumazentrum zu fliegen.  

Da die Bergung des zweiten Arbeiters dauern würde, wurde noch die Mobile Unfallnachsorge aus Wiesau, die Schnelleinsatzgruppe des BRK Bärnau und der Technische Dienst des BRK Tirschenreuth alarmiert. Wegen der vielen schockierten Angehörigen wurde noch ein zweiter Notarzt aus Mitterteich, die Notfallseelsorge, die Krisenintervention aus Weiden und schließlich der leitende Notarzt aus Tirschenreuth alarmiert (drei und mehr Notärzte am Einsatz erfordert den Einsatz eines leitenden Notarztes).

Kurz vor Mitternacht konnte der zweite Arbeiter nur noch tot aus den Erdmassen geborgen werden.

Bericht: Peter Astashenko

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