Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 22.02.2011 13:56:04
Christoph 80: Fünf Tage Theorie für unsere HCM

23.02.2011 - Meteorologie, Navigation, Gefahrgut, Hubschraubertechnik, Luftrecht und medizinische Besonderheiten - sechs Prüfungen galt es zu bestehen, erst dann konnten die fünf Rettungsassistenten durchatmen, die künftig auf dem Weidener Rettungshubschrauber eingesetzt werden. In Regensburg absolvierten sie eine Woche lang ihre Grundausbildung, die sie für ihre künftigen Aufgaben brauchen.

Fünf Tage Theorie und eine umfassende Hubschraubereinweisung standen auf dem Programm, um die Rettungsassistenten zu so genannten HCM's auszubilden. HCM steht für HEMS Crew Member, sprich Besatzungsmitglieder in einem Rettungshubschrauber. Pilot Birger Wurmbach aus Bad Sarrow bei Berlin leitete den Lehrgang. Bewusst ein Pilot als Ausbilder, denn die künftigen Aufgaben sind neben der medizinischen Assistenz vor allem im Cockpit des Hubschraubers vom Typ EC 135 zu finden. Von der Luftraumbeobachtung, bis zu Navigation, vom Betanken bis zum Sichern des Hubschraubers - die Aufgabe der HCM's wird sehr vielseitig. Gezeigt wurde auch, wie im Notfall die Triebwerke des Hubschraubers ausgestellt werden können und wie alle Cockpitanzeigen funktionieren. Zu diesem Zweck hat die DRF Luftrettung extra einen Hubschrauber des Typs nach Regensburg geflogen, der in Weiden eingesetzt wird. Wurmbach, ein erfahrener Militärflieger und seit Jahren in der Luftrettung, plauderte dabei oft auch aus dem Nähkästchen und gab wertvolle Tipps für die künftige Arbeit.



Die Vorgaben des Kurses sind im europäischen Luftfahrtrecht geregelt. Deshalb wurde nahezu jedes Themengebiet mit einer Prüfung abgeschlossen, die mit 80 Prozent bestanden werden musste. Dies sorgte für teils schlaflose Nächte, da das Wissen nach dem Kurs immer gleich vertieft wurde. Den Titel "HCM" bekommen die fünf Rettungsassistenten des neuen "Christoph 80" aber erst, wenn sie zehn Hubschraubereinsätze nachweisen können. Deshalb wird jeder von ihnen im Februar und März zwei Einweisungsdienste auf dem "Christoph Regensburg" und zwei Dienste auf dem "Christoph 27" in Nürnberg übernehmen. Den gesamten April über ist zudem ein Supervisor mit auf der Weidener Station, um alle noch offenen Fragen zu klären und dabei zu helfen, Routine in die Arbeitsabläufe zu bringen.

Kennen lernen konnten die Rettungsassistenten auch den künftigen Stationsleiter, Otto Hartmann. Der Pilot stammt aus Nördlingen und ist bereits mit der Planung der Interims-Station betraut. Mitte März wird ein Stück Fläche auf dem Flugplatz Latsch betoniert. Dort entsteht ein Containerdorf, das als Luftrettungsstation dienen wird, bis der neue Hanger vermutlich im Herbst bezugsfertig ist. Den Bau des neuen Hangars übernimmt der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Nordoberpfalz. Rund 2,1 Millionen Euro werden hier investiert.



Nach der Grundausbildung ging es für die fünf "Neuen" gleich weiter. Die 16 Ärzte aus Weiden und Amberg, die künftig in der Luftrettung eingesetzt werden, wurden ebenfalls zwei Tage in Regensburg geschult. Um sich kennen zu lernen waren die Rettungsassistenten gleich mit dabei. Mitte März sehen sie sich dann auch schon wieder. Dann steht die Einweisung in die Medizingeräte und ein Simulationstraining an. Dieses ist Pflicht bei der DRF Luftrettung und soll dazu dienen, die Teamarbeit zu verbessern. In der letzten Märzwoche werden schließlich noch die letzten Absprachen und die Einweisung in die Station erfolgen. Mit einem kleinen Festakt am 1. April um 13 Uhr nimmt "Christoph 80" dann seinen Betrieb auf.

Bilder: Peter Astashenko

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