Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 05.05.2017
Stadtrat Eschenbach auf Informationsbesuch

05.05.2017 - Nachdem Bürgermeister Peter Lehr vor nicht allzu langer Zeit für das Eschenbacher Ratsgremium eine Informationsreihe zu den Eschenbacher Wirtschaftsunternehmen durchgeführt hatte, nahm er diese Tradition auf und setzte als neuen Schwerpunkt den Blick hinter die Kulissen des Rettungswesens. Ziel der ersten Station war die Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz in Weiden, eine von 26 in Bayern.

Empfangen wurde die Eschenbacher Delegation vom Geschäftsleiter des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz, Herrn  Alfred Rast sowie den Leitern der ILS Nordoberpfalz, Herrn Herbert Putzer und Herrn Jürgen Meyer. Alfred Rast begrüßte die Gäste und gab einen kurzen Überblick über die Entstehung sowie Finanzierung des Gebäudes für die ILS im Jahr 2012, dass auch die Einsätze der Rettungskräfte für den Truppenübungsplatz Grafenwöhr steuert. Es folgte ein Überblick über die Notarztstandorte sowie deren Notarztversorgung im jeweils zugeordneten Bereich.

Jürgen Meyer übernahm im Anschluss und gab einen komprimierten Überblick über Fakten und Zahlen, die sehr informativ und mit interessanten Details erläutert wurden. Der Zuständigkeitsbereich der ILS umfasst die Landkreise Neustadt a. d. Waldnaab, Tirschenreuth und die Stadt Weiden. Im Notfallbereich der ILS leben rund 224.000 Menschen auf einer Fläche von 2.600 qkm.  225 Feuerwehren sowie drei Einheiten des THW sind alarmbereit. Der Rettungsdienst wird vom BRK, durch zwei Kreisverbände mit neun Rettungswachen, zwei Rettungsdienstorten und ab 01. Juli mit einem Stellplatz sichergestellt. Die DRF Luftrettung unterhält mit Christoph 80 die Luftrettungsstation in Weiden/Latsch. Zusätzlich stehen zur Unterstützung drei Bergwachten und zwei Wasserrettungseinheiten zur Verfügung. In der Summe, so Meyer, leisten rund 13.000 Menschen im Zuständigkeitsbereich Notfalldienst, ein großer Teil davon ehrenamtlich.

Die Mobilität der Einsatzkräfte stellen über 866 Einsatzfahrzeuge der unterschiedlichsten Kategorien sicher. Der Rettungsdienst ist über die Notfallnummer 112 zu erreichen, Menschen mit Sprach- oder Hörbehinderung können über diese Nummer auch ein Notruf-FAX senden. Jürgen Meyer erläuterte anschließend die äußerst komplexe und anspruchsvolle Ausbildung der Disponenten, also der Menschen, welche die Anrufe der Hilfesuchenden annehmen. Neben einer qualifizierten Ausbildung im Rettungs- und Feuerwehrdienst, gekoppelt mit vorheriger Berufserfahrung,  findet nach Beendigung dieser Ausbildungsschritte eine intensive interne Schulung in der ILS statt, um die komplexe Technik in der Einsatzzentrale meistern zu können. Prominentester Werbepartner für die Notfallnummer 112 sei, so Jürgen Meyer, der Kommandant der „Altneihauser Feierwehrkapelln“,  Norbert Neugirg, der auf einem Flyer und Plakaten für das Bekanntwerden der Notrufnummer wirbt.

Nach der Beantwortung von Fragen wechselten die Räte die Örtlichkeit. Im Technikbereich konnten die redundante Stromversorgung der ILS sowie das äußerst umwelt- und energiefreundliche Heizsystem des Gebäudes begutachtet werden, das die aus dem Betrieb der Computer- und Telekommunikationsschaltzentralen entstehende Abwärme zum Heizen des Gebäudes nutzt und somit den fossilen Energieverbrauch auf Null regelt.

Die letzte Station des Besuchs bildete der Einblick in die Einsatzzentrale der ILS, dem Herzstück der Anlage. Die hochmoderne Schaltzentrale verfügt über zwölf Computerarbeitsplätze, an denen sich hochqualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 12-Stunden-Schichten um das Wohlergehen der Menschen im Zuständigkeitsbereich kümmern. Verschiedene Monitore spiegeln u. a. die eingehenden Anrufe, Orte und Art der Einsatzfahrzeuge, Kartenausschnitte des jeweiligen Einsatzgebietes und vieles mehr wieder. Das durchschnittliche Gesprächsaufkommen beträgt durchschnittlich 350 Anrufe täglich, die über rund 700 Schlagwörter in Einsatzbefehle umgesetzt werden. Meyer schilderte auch Notrufereignisse, die für die Disponenten zu bedrückenden Erlebnissen führen und oftmals auch noch lange nachwirken. Die Stadträte zeigten sich sichtlich beeindruckt vom Anforderungsprofil, das an die Mitarbeiter der ILS gestellt wird, das neben der fachlichen Qualifikation vor allem auch eine  hohe emotionale und innere, menschliche Stabilität erfordert, um das breite Spektrum an Notfallanrufen zielgerichtet  in zweckmäßige und einsatzorientierte Entscheidungen umsetzen zu können.

Den Abschluss der Informationsveranstaltung bildete eine Gesprächsrunde im Briefingraum der ILS. ILS-Leiter Herbert Putzer bedankte sich beim Eschenbacher Stadtrat für das Interesse an der Integrierten Leitstelle und betonte, dass der gesamte Einsatz des ILS-Teams dem Wohle der Menschen im Verantwortungsbereich diene. Die Einsatzbefehle richten sich ausdrücklich nicht nach den Kosten des Einsatzmittels, sondern an der schnellst- und bestmöglichen Hilfe für die jeweils betroffenen Notleidenden. Unterstützt werde die Schaltzentrale auch und vor allem durch Kolleginnen und Kollegen, welche die weiteren Arbeitsbereiche der ILS besetzen und die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit in der Einsatzzentrale legen.

Bürgermeister Peter Lehr dankte in seinen Schlussworten den Verantwortlichen der Integrierten Leitstelle für die Ermöglichung des Besuchs und sah in den sehr informativen Stunden eine Weiterbildung des Stadtrats, um in Diskussionen oder bei Entscheidungen bestmöglich informiert, sachlich und fachlich Auskunft geben zu können. Er überreichte Eschenbacher Kaffeetassen und Kaffee für den Gemeinschaftsraum.

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Der Eschenbacher Stadtrat in der Einsatzzentrale mit ZRF-Geschäftsleiter Alfred Rast (re), Leitstellenleiter Herbert Putzer (stehend 6.v.R.) und Disponent Thomas Schmitt (sitzend).

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