Zweckverband für Rettungsdienst und
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Meldung vom 21.03.2011 08:14:47
Christoph 80: SIM-Training

19.03.2011 - Auf der Liege liegt eigentlich nur eine Puppe. Doch die fünf Retter haben das schon lange vergessen. Eine Infusion wird angelegt, die Lunge abgehört, die Pupillen kontrolliert. Als der Kreislauf des „Patienten“ zusammenbricht, wird routiniert gehandelt. Das Simulationstraining macht klar: die Teams des neuen Rettungshubschraubers „Christoph 80“ sind fit für ihren Job.

Zwei Tage verbrachten die 16 Notärzte aus Weiden und Amberg zusammen mit den fünf Luftrettungsassistenten auf der Feuerwache Amberg. Dr. Jens Schlör und Feuerwehrarzt Marc Bigalke, beides Notärzte in Amberg, hatten sich um die Räumlichkeiten gekümmert und einen Rettungswagen organisiert. Der Leiter der Ausbildung der DRF Luftrettung, Dr. Gerson Conrad, übernahm die Leitung des Trainings, das der Realität erstaunlich Nahe kam.


Dr. Bernhard Seidl, Dr. Ilona Boccali und die künftigen Luftrettungsassistenten Dominic Fischer, Robert Schmid und Thomas Schöner (von links) ließen sich beim Simulationstraining der DRF Luftrettung fit für ihre künftigen Aufgaben machen.

Im Rettungswagen waren Kameras angebracht, die den gesamten Patientenraum überwachten. Auf der Liege ein so genannter „Sim Man“ – eine Puppe, die atmet und spricht, an der Blutdruck genauso gemessen werden kann, wie Lungen- und Darmgeräusche abgehört. Dazu gab es Einsatzszenarien aus der Praxis. Das Ziel: Fehler machen und daraus lernen, um sie so später zu vermeiden. Am Vorabend gab es zudem eine theoretische Einführung in die Grundlagen des so genannten „Crew Ressource Management“ – der professionalisierten Teamarbeit.

Im Simulator schlüpften die Notärzte auch in die Rolle der Rettungsassistenten, machten eine erste Untersuchung, bereiteten alles vor. Sie sollten auch die andere Seite der täglichen Arbeit erleben. Dann kamen die Hubschrauberteams dazu. Nach der Übergabe mussten die Patienten schließlich richtig versorgt werden. Instabile Vitalwerte wurden dabei genauso eingespielt wie der Kreislaufkollaps der Rettungswagen-Praktikantin. Es sollte Stress werden. Und während die Rettungsteams versuchten den Patienten in den Griff zu bekommen, saßen im Nebenraum alle Kollegen, beobachteten auf Monitoren die Arbeit der Teams und bewerteten diese.

Wichtig war dem Ausbildungsleiter dabei vor allem, dass die Teamarbeit funktioniert. In den Nachbesprechungen wurden aber auch verschiedene medizinische Probleme erörtert. Lieber dieses Medikament, oder ein anderes? Was sind aktuelle Leitlinien? Gibt es Zusatzausstattung die hilfreich wäre? Viele Fragen wurden diskutiert und die 16 Notärzte fanden meist eine gemeinsame Basis für die künftige Arbeit.

Obwohl nur simuliert: das Training kam sehr gut an und jeder bestätigte am Schluss, dass er einiges an neuen Erfahrungen mit nach Hause nehmen wird. Mit dem Training und der Einweisung in die medizinischen Geräte ging damit auch die Grundausbildung der neuen Hubschrauber-Besatzung zu Ende. Derweil nimmt auch die Übergangs-Station Formen an. Zelthangar und Plattform stehen bereits, das „Container-Dorf“ wird gerade installiert. Kommendes Wochenende soll der Hubschrauber vom Typ EC 135 aus der Werft in Baden-Baden überführt werden. Am 1. April um sieben Uhr wird „Christoph 80“ dann zum ersten Mal seinen Dienst anmelden. „Und es wird richtig gut werden“, ist sich ärztlicher Leiter Dr. Jürgen Altmeppen sicher.

Bericht und Bild: Peter Astashenko

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