Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 13.04.2010 00:00:00
Alfred Rast: "Packen wir es an" - Alarmierungsplanung hat begonnen

13.04.2010 - Da war selbst Georg Dürr von der staatlichen Feuerwehrschule Geretsried erstaunt. Bayernweit erklärt er derzeit Feuerwehren und Kreisverwaltungsbehörden, wie künftig alarmiert werden soll. Oft gibt es Diskussionen und Ungereimtheiten, weil viele mit den neuen Gegebenheiten nicht zurecht kommen oder kommen wollen, die die Einführung der integrierten Leitstellen in Bayern mit sich bringen.
Anders am Samstag in Kaltenbrunn. Brandschützer, Retter und Behörden in der Nordoberpfalz sind erstaunlich gut vorbereitet.

Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Weiden i.d.OPf. hatte Vertreter von Feuerwehren, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk, Wasser- und Bergrettung nach Kaltenbrunn eingeladen. Unter Leitung von Mitarbeitern der Feuerwehrschule sollten sie in dem Workshop gezeigt bekommen, wie die Alarmierungsplanung künftig laufen soll. Alarmierungsplanung heißt festzulegen, wer zu welchem Einsatz geschickt wird. 59 Einsatzstichwörter kennt die neue Integrierte Leitstelle (ILS) künftig allein für die Feuerwehr. Vom Kleinbrand bis zum Flugzeugabsturz. Für den Rettungsdienst sind es 29 Stichwörter.

   

Die Aufgabe der Feuerwehren ist es nun festzulegen, welche Autos und wie viele Feuerwehrleute zu gewissen Einsatzkategorien fahren. Rein theoretisch wird für jeden Straßenzug in der Nordoberpfalz künftig ein Alarmplan existieren. Wichtig ist dies insbesondere für Einrichtungen oder Firmen, die mit Gefahrstoffen umgehen. Dabei werden auch Grenzen verschwinden. Stellt derzeit eine Landkreisgrenze ein kleines Hindernis dar, wird es dies in Zeiten der ILS gar nicht mehr geben. Diese Umstellung betrifft vor allem die Feuerwehren. Der Rettungsdienst wird in der Nordoberpfalz schon seit fast 30 Jahren zentral gesteuert.

Die Führungskräfte der Feuerwehren und die zuständigen Sachbearbeiter in den Behörden werden Anfang Mai noch einmal speziell für die neuen Anforderungen geschult. Dann werden die Pläne erstellt und zentral in der künftigen ILS erfasst. Oberregierungsrätin Sabine Kahle-Sander vom Bayerischen Innenministerium informierte im Rahmen der Veranstaltung noch über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der integrierten Leitstellen. Interessant war auch die Frage, wie künftig so genannte Kreiseinsatzzentralen (KEZ) eingerichtet werden. Diese KEZ dienen dazu, die Leitstelle zu entlasten. Zum Beispiel bei Unwettern leitet die ILS Einsätze weiter, die dann von der KEZ entsprechend abgearbeitet werden. Die technische Ausrüstung wird etwa 25.000 Euro pro KEZ kosten, informierte Kahle-Sander. Rund 5000 Euro sind pro Jahr an Wartungskosten einzuplanen.



In Arbeitsgruppen sollten die Teilnehmer schließlich üben, wie gewisse Szenarien künftig einsatztechnisch gelöst werden können. Hier zeigte sich dann auch die von Dürr gelobte gute Vorbereitung. Fast reibungslos wurden die Fallbeispiele gelöst. Der Geschäftsleiter des Zweckverbandes, Alfred Rast, war damit ebenfalls sehr zufrieden. "Packen wir es an, dass die ILS so gut läuft, wie der Bürger es sich wünscht", gab er den Teilnehmern mit auf den Heimweg.

Bericht: Peter Astashenko
Bilder: Jürgen Meyer

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