Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 10.04.2016
Pfarrer will abheben

09.04.2016 - Nur kein Neid. Aber wo er auch auftaucht: Die Menschen drehen sich nach ihm um, wollen wissen, was er macht, und vor allem auch, mit wem er es macht. Der Rettungshubschrauber übt einfach eine Faszination aus, der sich kaum einer entziehen kann. Ein wenig sachlicher sieht es der DRF-Vorstand bei der Jubiläumsfeier fünf Jahre Luftrettung in Weiden. „Das ist einfach ein wunderbares Arbeitsgerät. Wir können mit dem Hubschrauber schnell Menschen retten und versorgen. Mit dem Flugzeug könnten wir nur drüberfliegen und Blumen abwerfen.“

Ja, Christoph 80 ist ein Helfer mit 1500 PS, der bis zu 3500 Meter Höhe erreicht und nur zehn Minuten von Weiden nach Amberg braucht: Wow. Das ist toll. Noch besser aber ist etwas anderes. Der Hubschrauber ist eine prima Ergänzung. Und zwar eine Ergänzung zu einer bereits bestens funktionierenden Rettungskette am Boden. Denn auch hier arbeiten die Einsatzkräfte schnell. 250 Sachen aber schaffen sie mit ihrem Rettungswagen beim besten Willen nicht. Also gut, dass es Christoph 80 als ganz besonderes Zuckerl in der Rettungskette gibt. Und so ein Zuckerl bekommt nun mal naturgemäß mehr Aufmerksamkeit als das Hauptgericht. Also: Nur kein Neid. 
                                                                    Angemerkt von Simone Baumgärtner, Der neue Tag

Stimmen von der Jubiläumsfeier

„■ Das, was Sie hier tun, ist gelebte tätige Nächstenliebe“, lobt Pfarrer Armin J. Spießl im Hangar – und erinnert an die Einweihungsfeier 2011. „Das hat man nicht jeden Tag.“ Damals schwang er im Beisein des evangelischen Pfarrers Andreas Ruhs über Christoph 80 den Weihwassersprenger. „Prompt folgte auf Gottes Segen der Alarm.“ Der Hubschrauber hob zum ersten Einsatz ab. Seither wünscht sich Spießl vergeblich, mitzufliegen. Jürgen Meyer bittet um Verständnis: „Das macht sich nicht gut, wenn der Pfarrer vorm Notarzt aus dem Rettungshubschrauber aussteigt.“

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■ Zur Finanzierung des Rettungshubschraubers sagt Matthias Wenig von der Arbeitsgemeinschaft der  Krankenkassen: „Das Geld dafür kommt zu 90 Prozent von den Bürgern, die Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung sind.“ Zur Luftrettungsstation Latsch sagt er: „Wir bezeichnen dieses Projekt in Weiden hier als Vorzeigeprojekt, weil es zum
einen binnen nur eines Jahres geräuschlos hochgezogen wurde und das zum anderen zu Kosten geschah, die einem Kassenvertreter das Herz aufgehen lassen.“

■ Wie das kommt?„ Wir in der Nordoberpfalz reden nicht viel, wir handeln“, sagt Alfred Rast, Geschäftsleiter des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz. Zu Stimmen, dass der Hubschrauber alarmiert werde, um Einsatzzahlen zu generieren, sagt er: „Das ist Wirtshausgeschwafel. Die Integrierte Leitstelle alarmiert nach strengen Vorgaben.“

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■ Die Krankenkassen zahlen den täglichen Betrieb der Luftrettungsstation, sagt Steffen Lutz, Vorstand der DRF-Stiftung Luftrettung. Die DRF dagegen finanziere etwa Schulungsstunden oder teures medizinisches Gerät. Wie? Dank Förderer und Spender. „Wir haben 350 000 Mitglieder. Das sind nicht so viele. Aber mehr als bei der SPD.“

■ Zwei Mal schon war Andreas Meier, Landrat, Vorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz und ein Mann mit Reisekrankheit, an Bord des Hubschraubers. Er schwärmt von dessen Schlagkraft und zeitlichem Vorteil. „In Flächengebieten braucht man ein schnelleres Rettungsmittel.“ Künftig auch nachts? „Die Station ist für den Nachtflug ausgebaut. Wir haben das auch schon beantragt. Ohne Erfolg. Wir bleiben aber dran und stellen zu gegebener Zeit wieder einen Antrag.“

■ Am Amberger Klinikum St. Marien geht der neue Landeplatz heuer in Betrieb. In Weiden 2018, sagt Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz: „So wird die Rettungskette nochmal beschleunigt.“

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