Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 26.10.2010 08:23:10
k.o.-Tropfen: "Dornrose" Weiden informierte

26.10.2010 - Wer k.o.-Tropfen ins Getränk gemischt bekommt, verliert zwangsläufig seine Erinnerung für einige Stunden. Und wer nicht mehr bei Bewusstsein ist, kann ausgeraubt oder vergewaltigt werden. Immer wieder werden spektakuläre Fälle bekannt. Zum Beispiel vor einigen Jahren in München, als ein Handyvideo der Vergewaltigung die Täter überführte. Sie hatte ihr Opfer auf dem Oktoberfest mit k.o.-Tropfen betäubt. Doch das Problem ist viel größer. Denn oft werden die Fälle gar nicht erst bekannt, weil Rettungsdienst und Ärzte zu spät an k.o.-Tropfen denken, oder weil die Opfer sich an nichts erinnern können. Der Verein „Dornrose“ hatte in Weiden deshalb zu einem Fachaustausch über das Thema eingeladen.

Auch Qualitätsmanagement-Beauftragter Jürgen Göppl von der Rettungsleitstelle des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung war mit dabei. Zusammen mit Notärzten, Vertretern von Staatsanwaltschaft, Polizei des Klinikums, aber auch Gastwirten versuchte der Verein für das Thema zu sensibilisieren. Ein Laborarzt informierte dabei über die chemische Zusammensetzung der verschiedenen Drogen, die als „k.o-Tropfen“ wirken, und die teilweise nur kurze Nachweisbarkeit. Bei jedem Verdacht sollten deshalb sofort Blut- und Urinproben gesichert werden. Der Rettungsdienst und Notärzte sollen vor allem dann stutzig werden, wenn die getrunkene Alkoholmenge, nicht zu den vorgefundenen Symptomen passt. 

Informiert wurde auch darüber, wie sich verhindern lässt, dass Unbekannte die Tropfen ins Getränk mischen. Die Kriminalpolizei zeigte auf, wie Ermittlungsverfahren hier laufen und welche strafrechtlichen Konsequenzen möglichen Tätern blühen. Für Ärzte gab es eine „Kittel-Karte“, mit Symptomen und Handlungsanweisungen bei Verdachtsfällen. Dornrose versucht mit Flyern die Öffentlichkeit umfassend zu informieren.

Mehr Informationen über k.o.-Tropfen:

k.o-Tropfen werden meistens bei größeren Partys oder in Diskotheken in ein Getränk gekippt, um das Opfer willenlos zu machen. Deshalb sollte immer darauf geachtet werden, dass das Getränk nicht unbeobachtet bleibt. Auch Wirte und Servicepersonal sollten ein Auge auf „verdächtige Aktivitäten“ haben.

Aufmerksam sollte man werden, wenn Patienten Erinnerungslücken haben, sie sich in einem Dämmerzustand befinden, sie Willenlos erscheinen oder das Bewusstsein verlieren. Vor allem wenn diese Symptome nach nur einer geringen Menge Alkohol auftreten. Der „Vollrausch nach zwei Bier“ sollte stutzig machen. Es wird empfohlen umgehend 100ml Urin und 10ml Blut (ohne Citratzusatz) zu sichern. Die Proben sollten dann versiegelt werden und gekühlt gelagert werden. Nur spezielle Labors können die meist als k.o.Tropfen verwendete Substanz GHB nachweisen. Es wird deshalb empfohlen sich im Verdachtsfall an das nächste Institut für Rechtsmedizin wenden.

Bericht: Peter Astashenko

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