Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

Sie befinden sich hier > Nachrichten > Archiv
Meldung vom 23.04.2010 08:57:46
RTH Nordoberpfalz: Für Luftrettungsstation Latsch wird fleißig geplant

23.04.2010 -  So schnell wie möglich soll er kommen - der neue Rettungshubschrauber in Weiden. Damit die Luftrettungsstation bald seinen Betrieb aufnehmen kann, wird hinter den Kulissen bereits fleißig geplant. Zum Beispiel wie der neue Hangar einmal aussehen wird. Deshalb waren der Geschäftsleiter des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, Alfred Rast, und sein Stellvertreter Klemens Bodenmeier dieser Tage in Bayern unterwegs.

Ziel von Rast und Bodenmeier waren die Luftrettungsstationen in Bayreuth und Regensburg. Vor allem die Bauweise des Hangars nahmen die beiden unter die Lupe. Denn der Zweckverband wird eventuell den Hangar bauen lassen - in enger Abstimmung mit dem künftigen Betreiber. Die Entscheidung fällt in der nächsten Verbandsversammlung. Dadurch könnte nämlich Zeit gespart werden. Die Kosten werden über die Miete schließlich wieder refinanziert. Fest steht schon der Platz für die Halle. Auf der freien Fläche auf dem Flugplatz Latsch, neben den bestehenden Hangars, wird der neue "Christoph" sein Zuhause finden. 95 Prozent der Fläche gehören bereits der Stadt Weiden. Dies sollte auch eine zügige Erschließung ermöglichen. Geprüft wird aber auch, ob bis zur Fertigstellung der neuen Halle, ein leerstehender Hangar auf dem Flugplatz genutzt werden könnte.

Gebaut werden muss zudem ein Hangar, der einen 24-Stunden-Betrieb des Rettungshubschraubers ermöglicht. In der Startphase ist dies zwar noch nicht geplant, aber der Bescheid des Innenministeriums verpflichtet den Zweckverband, diese Möglichkeit bereits einzuplanen. Dies bedeutet, dass neben großzügigeren Sozialräumen auch eine größere Halle gebraucht wird.
Käme mittelfristig tatsächlich ein rund-um-die-Uhr-Betrieb, wäre ein größerer Hubschrauber erforderlich, der nachtflugtauglich ist. Anfangs wird der neue Rettungshubschrauber jedoch immer von sieben Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang plus 30 Minuten einsatzbereit sein.

   
Bild rechts: Um sich einen Überblick zu verschaffen, wie der künftige Hangar für den neuen Weidener Rettungshubschrauber aussehen könnte, sahen sich der Geschäftsleiter des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, Alfred Rast (Mitte), und sein Stellvertreter Klemens Bodenmeier (links) verschiedene Luftrettungszentren an. In Bayreuth zeigte ihnen Pilot Georg Vogel die Station.

Richtig spannend wird es dann Ende Mai. Dann tagt die Verbandsversammlung des Zweckverbandes. Nach der Sitzung wird eine europaweite Auschreibung erfolgen. Gesucht: der Betreiber des neuen Rettungshubschraubers in Weiden. Branchenkenner gehen davon aus, dass es am Ende eine Entscheidung zwischen den beiden größten Betreibern der Luftrettung in Deutschland geben wird - der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) und dem ADAC. Der Betreiber stellt neben dem Hubschrauber auch die Piloten. Die Ärzte werden abwechselnd von der Kliniken Nordoberpfalz AG und dem Klinikum St. Marien in Amberg gestellt. Dies war noch vor der Standortentscheidung so vereinbart worden.

Offen ist noch, wer die "fliegenden" Rettungsassistenten beisteuert. Ob es hier eine Vorentscheidung geben könnte, oder dies dem künftigen Betreiber überlassen wird, ist noch offen. Die Rettungsassistenten müssen vor ihrem ersten Einsatz auf jeden Fall noch die Ausbildung zum so genannten HEMS-Crew-Member (kurz: HCM) durchlaufen. In dieser Ausbildung werden sie vor allem in die fliegerischen Besonderheiten, Navigation und ähnlichem geschult. Anders als die Notärzte, die als "medizinischer Passagier" gelten, sind die HCM's Besatzungsmitglieder des Hubschraubers. Sie assistieren damit nicht nur dem Notarzt, sondern auch dem Piloten, was dieses Aufgabengebiet sehr anspruchsvoll macht.

Um für den neuen Hubschrauber gerüstet zu sein und die bisherige Situation zu verbessern, soll am Klinikum Weiden bis zum Herbst auch ein neuer Landeplatz gebaut werden. Klar ist aber schon, dass es vor dem Herbst sicher noch keinen Rettungshubschrauber in Weiden geben wird. Die ganzen Vorbereitungen sind sehr zeitaufwendig. Mit einer guten Übergangslösung könnte der Winter diesen Jahres ein Ziel für die Inbetriebnahme sein. Alfred Rast hat aber eher den Jahresbeginn 2011 im Blick. Damit wäre die Luftrettungsstation Weiden aber immer noch schneller entstanden als viele andere Standorte.

Wer sich übrigens die Frage stellt, welche Nummer der "Christoph" einmal tragen wird, der muss sich noch etwas in Geduld üben. Der künftige Betreiber muss den Funkrufnamen beim bayerischen Innenministerium beantragen. Die Vergabe erfolgt schließlich von einer Abteilung der Bundespolizei in der Nähe von Bonn. Sie koordinieren dies bundes- und teils sogar europaweit. Ob dann einfach forlaufend nummeriert und Weiden den "Christoph 78" bekommt, oder vielleicht eine nicht vergebene Nummer zwischen 1 und 77 auf dem Hubschrauber prangen wird, ist daher noch ein Rätsel. Informationen über alle deutschen Standorte gibt es bei www.rth.info.

Bericht: Peter Astashenko
Bilder: Klemens Bodenmeier

ILS Nordoberpfalz 2018 | Impressum | Telefon: +49 (961) 38833-0 | leitung@ils-nordoberpfalz.de