Zweckverband für Rettungsdienst und
Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz

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Meldung vom 05.03.2014 12:02:26
Erste Standortortschulung Digitalfunk

05.03.2014 - Die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in der Nordoberpfalz erwartet voraussichtlich im Oktober dieses Jahres der erweiterte Probebetrieb des Digitalfunks. Die Arbeitsgruppe 5 „Schulung“ der lokalen Projektegruppe Digitalfunk organisierte hierfür die erste Standortschuldung, die 22 Teilnehmer in Wiesau absolvierten. Die Dozenten Diplomingenieur Andreas Kreuzpaintner und Diplomingenieur Georg Sixt der staatlichen Feuerwehrschule Regensburg reisten für die zweitägige Schulung extra nach Wiesau – im Gepäck: Zahlreiche digitale Funkgeräte für die praktischen Inhalte und wichtige Informationen für die Multiplikatoren aus den sieben Arbeitsgruppen Digitalfunk Nordoberpfalz sowie den Unteren Katastrophenschutzbehörden.

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Neben den allgemeinen Grundlagen zur Einführung des Digitalfunks, wurden die Teilnehmer über die Rechtsgrundlagen und den aktuellen Ausbaustand, sowie die Verwendung des Digitalfunks in Europa informiert. Ebenso über das Sicherheitskonzept, welches den Digitalfunk (abhör-) sicher macht und weiter die Grundlagen zum Betrieb.

Die alt bekannten 2-Meter- und 4-Meter-Funkgeräte mit ihren Kanälen im Analogfunk werden im Digitalfunk durch HRT (Handheld Radio Terminal = Handfunkgeräte) und MRT (Mobile Radio Terminal = Fahrzeugfunkgeräte) mit Gruppen im Netzbetrieb (TMO) und Direktbetrieb (DMO) abgelöst. Besonders interessant wurde es für die Teilnehmer aus den Kreisverbänden Tirschenreuth und Neustadt/Weiden des Bayerischen Roten Kreuzes sowie den örtlichen Feuerwehren beim Block „Gruppenverwaltung“, die die Grundlage für die künftige Funkkommunikation darstellt. Die Teilnehmer haben nunmehr einen Überblick, auf welcher Basis künftig wer mit wem über den Digitalfunk kommuniziert, bestätigte Lehrgansleiter Andreas Kreuzpainter.

Am zweiten Tag wurde sich mit den Geräten intensiver auseinandergesetzt. Beim Abschnitt „Funkeinbau“ wurde nochmals festgehalten, dass während die Immigrationsphase die Einsatzfahrzeuge ihre analogen Funkgeräte behalten und zusätzlich ein digitales bekommen.

Anschließend ging es an die Geräte. Jeder Teilnehmer erhielt hierzu ein HRT im DMO-Betrieb. Nicht nur die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst Dr. Gudrun Graf hielt zum ersten Mal ein Digitalfunkgerät in der Hand und verfolgte mit großem Interesse die praktische Einweisung auf den Geräten. Erstmals wurden Gruppen eingestellt, der Notrufknopf getestet und eine SDS (Short Date Service) geschrieben.

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Auf dem Gelände des Feuerwehrgerätehauses Wiesau wurden die HRT anschließend ausgetestet. Technischer Fernmeldeamtsrat Georg Sixt lies einer Gruppe die Funktion des Vocoders austesten, bei der Umgebungsgeräusche wie laute Bierzeltmusik oder Pumpengeräusche gefiltert werden und eine klare Verständigung ermöglicht wird. Beeindruckt waren die Teilnehmer, dass selbst beim Lärm eines starten Helikopters eine gute Kommunikation möglich ist. Präsentiert wurde auch, dass zum Beispiel Schussgeräusche aus Sicherheitsgründen nicht gefiltert werden.

Die zweite Gruppe verglich die Reichweite von analogen 2-Meter-Handfunkgeräten mit den neuen HRT im DMO-Betrieb. Während Brandamtsrat Andreas Kreuzpainter mit Kreisbrandmeister Ottmar Böhm einen Teil der Teilnehmern vom Gelände zu einem entfernten Keller führte, begab sich der zweite Teil mit dem Sachbearbeiter für Digitalfunk der ILS Nordoberpfalz Stephan Schieder in den Keller des Gerätehauses. Schnell zeigte sich, dass die Kommunikation mit dem Digitalfunk deutlich klarer und rauschfreier ist. Als die Geräte an ihre Grenzen kamen, wurde für die digitalen Geräte bei einem HRT auf halber Strecke der Repeater aktiviert und schon konnte sich vom einen Keller in den anderen klar verständigt werden.

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Zum Abschluss des Lehrgangs bestätigten die Teilnehmer den Dozenten, dass die erste Standortschulung ein voller Erfolg war und der Umfang an Basiswissen gut definiert wurde. Dr. Graf bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei den beiden Herren mit einem „Notruf 112“-Präsent, ebenso Schieder mit einem „ILS-Nackenhörnchen“. Neben dem Netzausbau, der taktischen Planung und der Geräteanschaffung, steht nunmehr die Schulung von rund 10 000 Anwendern im Gebiet der ILS Nordoberpfalz an, bevor der erweiterte Probebetrieb gestartet werden kann.

Bericht und Fotos: Sven Lehner

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